Aurich - Die Diskussion um eine Auricher Gedenkstätte aus dem Jahr 1926, wo „unseren Helden“ gedacht wird, ist wieder auf Null gesetzt. Dort sollte eine Hinweistafel aus heutiger Sicht den Fokus vor allem auf Opfer der Kriege zeigen. Eine Empfehlung des Kulturausschusses ist jedoch hinfällig, weil der Ortstat Kernstadt übergangen wurde. Darauf hat Aurichs Stadtsprecher Johann Stromann im Gespräch mit dieser Zeitung hingewiesen. „Das sind ureigene Angelegenheiten der Ortsräte“, verwies Stromann auf die niedersächsische Kommunalverfassung.
Der Auricher Volker Rudolph (GAP) hatte die Diskussion um einen Zusatz angestoßen, weil in Kriegen nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilisten oder Geflüchtete als Opfer zu beklagen seien. Erschreckende Aktualität zeige sich aktuell im Ukraine-Krieg, hieß es im Ausschuss. Das Denkmal selbst soll nach Experten-Meinung als Zeitdokument unberührt bleiben.
Eine Begehung aller Gedenkstätten?
Die Anregung für die Hinweistafel hatte ein Auricher Bürger gegeben, der diese Bezeichnung für überholt hält. „Wir werden das Prozedere nun für die Ortsräte in die Wege leiten“, sagte Rudolph. Denkbar sei eine Begehung aller Gedenkstätten im Auricher Stadtgebiet.
Auch hier müssten die Ortsräte zuvor ihr Votum geben, ob eine Hinweistafel aufgestellt wird. Es gebe zwar einige Gedenkstätten, in denen der Opfer und Vertriebenen bereits gedacht werde, so Rudolph.
Denkmäler in einer Datenbank aufgelistet
„Aber bei einigen Denkmälern steht das Helden-Gedenken im Vordergrund“, wies er auf das damals „geltende Weltbild“ hin. Einige Denkmäler im Auricher Stadtgebiet sind im Internet in einer Datenbank aufgelistet. Dort sind auch die Inschriften nachzulesen. Wichtig ist für Rudolph die Einbindung der Ortsräte auch deshalb, weil diese oft für die Pflege der Gedenkstätten sorgen würden, ebenso seien Kirchengemeinden oder andere Ehrenamtliche beteiligt.
Die Enthüllung der Gedenktafel ist offen
Offen bleibt, ob die Enthüllung einer Hinweistafel am Denkmal durch Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) am Hohen Wall am 8. Mai vorgenommen wird. Das Datum wurde im Kulturausschuss vorgeschlagen. „Das ist ergebnisoffen“, sagte Stromann. Und auch Volker Rudolph will hier dem Ortsrat Kernstadt nicht vorgreifen.
Ebenso müsse der Bürgermeister noch seine Zustimmung geben. Und auch der von Rudolph vorgeschlagene Inhalt der Hinweistafel könnte noch einmal auf den Prüfstand kommen. Hier hatten die Grünen im Kulturausschuss bereits Ergänzungen angeregt.
