Aurich - Das ohnehin schon unter Platzmangel leidende Gymnasium Ulricianum kann Räume im ersten Obergeschoss und Dachgeschoss des benachbarten ehemaligen Kleinbahngebäude von 1898 nicht mehr für Klassen nutzen, sondern bestenfalls als Lagerraum. „Wir brauchen die Kleinbahn-Räume dringend“, sagte Schulleiter Rüdiger Musolf auf NWZ-Anfrage. Denn das Gymnasium ist niedersachsenweit eine Pilotschule für Informatik, die Zahlen für den Einstieg für den Pflichtunterricht liefern soll, der 2024 von Land für die 9. und 10. Jahrgänge eingeführt wird.
Das Gymnasium Ulricianum ist mit 2000 Schülern das größte Gymnasium in Niedersachsen. Es gibt eine Zweigstelle in Egels. Am Hauptort herrscht Platzmangel.
85 Räume stehen am Hauptort zur Verfügung, darunter 30 Fachräume und 55 allgemeine Unterrichtsräume. 15 sind so klein, dass dort keine 30 Schüler unterkommen können. Ab dem 8. Jahrgang findet der Unterricht am Hauptort statt. In Egels gibt es für die Jahrgänge 5., 6. und 7. acht Fachräume, darunter einen PC-Raum und 15 allgemeine Unterrichtsräume sowie Mehrzweckräume.
Das Kreisbahngebäude wurde von der Kreisbahn Aurich GmbH 1898 durch die Landkreise Aurich, Leer und Wittmund gebaut. Das Gymnasium wurde 1646 in einem Gebäude am heutigen Lambertshof an der Lambertikirche von Graf Ulrich II. gegründet. Später bezog es die heutigen Räume an der Von-Jheringstraße (B72). Seit 2004/2005 werden neben den Jahrgängen 7 bis 12 auch die 5. und 6. Jahrgänge von 16 Lehrern unterrichtet.
Die Kreisbahn-Räume im 1. und 2. Obergeschoss werden dringend benötigt. Dort befinden sich PC-Räume für 30 Kinder. Das Gymnasium ist eine Informatik Pilotschule für 8. und 9. Klassen in Niedersachsen. Der Unterricht wird 2024 zur Pflicht. Das 2. Obergeschoss ist nicht mehr nutzbar, es fehlt eine zweite Fluchttreppe und kann nur als Lager genutzt werden. Im Untergeschoss befindet sich eine Cafeteria. Der Raum wird geteilt, wo die Sitzgruppen waren, wird nun PC-Unterricht gemacht.
Schulträger für das Gymnasium ist der Landkreis Aurich. Grund für die Sperrung sind Probleme mit dem Brandschutz in dem Bereich, erklärte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels auf NWZ-Nachfrage. Festgestellt wurde das im so genannten „Bahnanum“ im Dezember während einer Begehung mit dem
„Wir brauchen die Räume“: Schulleiter Rüdiger Musolf
Technischen Gebäudemanagement des Landkreises, der Schulleitung, der Stadt Aurich und dem Brandschutzprüfer beim Kreis. „Die Räumlichkeiten dort wurden nicht nur für die Bibliothek, sondern auch für Computerräume genutzt und unterliegen damit der Schulbaurichtlinie“, so Müller-Gummels.
Der Landkreis Aurich sucht nach Lösungen
Aus Gründen des Brandschutzes wurden daher folgende Regelungen getroffen: Das Dachgeschoss steht für Unterrichtszwecke nicht mehr zur Verfügung. Als Ausgleich wird im Erdgeschoss des Gebäudes ein Computerraum als Provisorium eingerichtet, weil der Bereich zur Hälfte noch als Cafeteria genutzt wird. Und das Gymnasium ist niedersachsenweit als Pilotschule für Informatik anerkannt. Dafür ist kein nennenswerter Umbau erforderlich, vorrangig ist eine Netzwerkverkabelung zu montieren. Der entsprechende Auftrag wurde bereits vergeben. Ein Bauantrag zum Umbau des 1.OG in weitere Computerräume ist in Vorbereitung, wofür bereits eine Lösung zur Herstellung eines zweiten Fluchtweges gefunden wurde, so der Kreissprecher.
