Wilhelmshaven/Sande/ ostfriesland - Bootjefahrer ärgern sich über höhere Gebühren für das Schleusen und für die Öffnung von Brücken auf dem Ems-Jade-Kanal. Das Land Niedersachsen hat über den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) zwar schon zur Saison 2021 die Gebühren erhöht, teilte Sprecher Carsten Lippe mit.
Durch einen Sonderfall in der Anwendung sei diese Erhöhung jetzt in die Kritik geraten. Hier gibt es jedoch offenbar eine Annäherung der Streitparteien, teilt Hans Hüser, Vorsitzender des Regionalverbandes Segeln Weser-Ems, auf Nachfrage mit. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagte er.
Gestiegene Kosten
Notwendig geworden sei diese erstmalige Anhebung der Gebühren nach 25 Jahren, weil inzwischen die Betriebs- und Personalkosten gestiegen sind.
Die Gebühren für eine Schleusung oder Brückenöffnung wurden schon im Jahr 2021 erhöht. Grund dafür sind gestiegene Betriebs- und Personalkosten. Gebühren sollen jedoch nur dann anfallen, wenn bei einem Schleusenvorgang oder – außerhalb der Betriebszeiten – einer angeforderten Brückenöffnung tatsächlich auch Kosten entstehen. Die Änderung soll die Gebührenordnung und auch die Bezahlung vor Ort vereinfachen. Bezahlt wird beim Schleusenwärter der ersten passierten Schleuse, bei dem man sein Fahrziel angibt. Während der Betriebszeiten wird nur für die Nutzung der Schleusenanlagen eine Gebühr erhoben. Die Öffnung eventuell zu passierender Brücken erfolgt in dieser Zeit ohne Gebühr.
Im Vergleich zur anderen Regionen betonen Wassersportler von außerhalb, die den Ems-Jade-Kanal nutzen, regelmäßig an den Schleusen das im Vergleich mit anderen Wassersportregionen moderate Tarifgefüge.
Eine Schleusung kostet sechs Euro. Die komplette Durchquerung des Ems-Jade-Kanals schlägt bei sechs Schleusen mit 36 Euro zu Buche. Für die Strecke von Emden nach Aurich ist außerdem noch die Nutzung der Kesselschleuse und der Schleuse Rahe erforderlich, hier müssten zusätzlich zwölf Euro für die Durchfahrt der beiden Schleusenanlagen bezahlt werden.
An der Kesselschleuse in Emden als westlichen Ausgangspunkt für eine Fahrt ins Kanalnetz werden im Jahr durchschnittlich rund 5000 Boote pro Jahr geschleust.
Die Stromkosten seien in der Zeit zwischen 1998 und 2021 um über 63 Prozent gestiegen, so Lippe. „Eine Anpassung an die Preisentwicklung war deshalb leider unumgänglich“, erklärt der Sprecher. Und das Geld reiche immer noch nicht: Denn selbst nach der Erhöhung würden die Gebühren die durch die Schleusung oder Brückenöffnung entstehenden Kosten nicht vollständig decken. Erst durch den genannten Sonderfall sei die neue Gebührenordnung nun in die Kritik geraten. Lippe nennt hier den Pauschalvertrag mit dem Regionalverband Segeln Weser-Ems, an den 69 Vereine angeschlossen sind. Dieser Vertrag wurde ebenfalls nach 25 Jahren überarbeitet. „Gespräche wurden intensiv geführt. Leider gelang es trotz umfangreicher Bemühungen aller Seiten dabei nicht, eine neue Pauschalisierung zu vereinbaren“, sagt NLWKN-Sprecher Lippe.
Vorläufig geeinigt
Vorläufig habe man sich für die anlaufende Saison darauf geeinigt, den bestehenden Vertrag zu kündigen und die einzelnen Nutzungen – wie bereits bisher bei allen nicht angeschlossenen Nutzern auch – bis auf Weiteres direkt abzurechnen. Parallel würden sich alle Akteure bemühen, auch unter Beteiligung der Ostfriesland Touristik GmbH, eine einvernehmliche Lösung im Interesse der regionalen Wassersportler zu finden.
Hans Hüser, wollte sich zum aktuellen Stand der Verhandlungen nicht äußern. Er sagte nur so viel: „Wir wissen noch nicht, wohin die Reise geht“, sagte er. Auch konkrete Zahlen über die zu erwartenden Gebühren nannte Hüser nicht. Der Verband werde sich nach Abschluss der Verhandlungen mit dem Ergebnis an die Öffentlichkeit wenden, so Hüser.
