Aurich - Der Landkreis Aurich hat 1200 Betten bestellt, um im Ernstfall für die Unterbringung von Menschen gewappnet zu sein. Das teilte Kreissprecher Rainer Müller-Gummels auf Nachfrage mit. Das hat einen besonderen Grund: Im Rahmen des Katastrophenschutzes sind die Katastrophenschutzbehörden verpflichtet, bei Evakuierungen ein Prozent ihrer eigenen Bevölkerung aufzunehmen und unterzubringen. „Das kann bei einer Überschwemmung oder einem atomaren Zwischenfall in einem Kraftwerk der Fall sein“, so Müller-Gummels.
1900 Menschen müssen aufgenommen werden können
Für den Landkreis Aurich bedeute dies, dass die Kommune in einem solchen Fall etwa 1900 Menschen aufnehmen und unterbringen müsste. Hierzu würde sich der Landkreis grundsätzlich der kreisangehörigen Gemeinden und Städte bedienen. „Wir haben aber auch selber vorgesorgt und 1200 Betten inklusive Matratzen und Bettwäsche bestellt“, erklärt der Kreissprecher. Am Mittwoch kam bereits die erste Teillieferung von 600 Betten und Matratzen an, und am heutigen Freitag, 22. April, werde die zweite Teillieferung mit weiteren 600 Betten und Matratzen erwartet.
Kein direkter Bezug zur Flüchtlingskrise
Die Bestellung erfolge unabhängig von der Flüchtlingskrise, betonte Müller-Gummels auch. Doch der Einsatz sei variabel, denn die Betten könnten bei Bedarf auch für Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden. Das könne in Gemeinschaftsunterkünften oder auch in Wohnhäusern der Fall sein.
Einen konkreten Bezug zur Auricher Kaserne, die aktuell ebenfalls als mögliches Aufnahmelager im Gespräch ist, gebe es indessen nicht, stellte der Kreissprecher fest. Dort kämen die beiden früheren Offiziersunterkünfte hinter dem Offizierskasino in Frage. In jedem Gebäude gibt es 40 Appartements. Ein weiteres Gebäude könnte bis zu 120 Personen aufnehmen, ebenso das frühere Blücher-Kasino. Vier bis sechs Wochen dauert die Vorbereitung als Unterkünfte für Flüchtlinge.
868 Flüchtlinge aus der Ukraine im Kreis
Inzwischen sind 868 Personen aus der Ukraine im Landkreis Aurich angekommen, eine Zahl die noch steigen wird. Davon wurden 260 Personen durch das Land zugewiesen, 608 reisten selbst an oder von Flüchtlingskonvois gebracht. Gerechnet hatte man mit 566 Flüchtlingen, die auch aus anderen Ländern stammen können. Die Steigerung geht darauf zurück, dass das Land Niedersachsen die Verteilquote wegen des Ukrainekriegs auf 3155 Menschen erhöht hat. Weiterhin muss der Kreis außerdem jede Woche 19 Flüchtlinge aus anderen Ländern aufnehmen. Von 86 Plätzen im Willkommenszentrum Utlandshörn sind von 86 Plätzen von 70 Personen belegt, die nach und nach privat untergebracht werden sollen. Der Kreis appelliert weiter an die Bürger, Wohnraum zur Verfügung zu stellen.
