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Neues Klimaschutzkonzept Stadt Aurich will in 35 Schritten zur Klimaneutralität

Der Ausbau des ÖPNV in Aurich sorgte bei der Vorstellung des Klimaschutzkonzepts der Stadt wieder für viel Diskussion.

Der Ausbau des ÖPNV in Aurich sorgte bei der Vorstellung des Klimaschutzkonzepts der Stadt wieder für viel Diskussion.

Archiv

Aurich - Aurich soll bis 2045 Co2-neutral werden, so zumindest die Zielvorgabe des neuen integrierten Klimaschutzkonzepts der Stadt. Dieses stellte Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß, die vorübergehend auch den Posten der Klimamanagerin übernommen hat, am Dienstagabend im Ausschuss für Klima, Umwelt und Verkehr vor. Drei Stunden dauerte die Ausschusssitzung, bei der viel diskutiert und debattiert wurde – auch die Redezeit der einzelnen Fraktionen begrenzt werden musste.

Konzept umfasst 35 Maßnahmen

Insgesamt umfasst das Klimaschutzkonzept, das die Stadtverwaltung zusammen mit dem Büro Energielenker Projects GmbH ausgestellt hat, 35 Maßnahmen, aufgeteilt auf die Bereiche Sensibilisierung und Aktivierung von Klimaschutzanpassung, Mobilität, Stadtplanung, Treibhausgasneutrale Verwaltung, Gewerbe, Handel Dienstleistung und Industrie sowie Klimaanpassung. Mit der Mehrheit der Stimmen wurde das vorgestellte, integrierte Klimaschutzkonzept angenommen.

Ausbau des ÖPNV stark diskutiert

Zu den Maßnahmen zählt neben der Schaffung eines breit aufgestellten Beratungsangebots zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung für die Bürger und der Fortsetzung der Solaroffensive unter anderem auch der Ausbau und die Stärkung des ÖPNV. Dieser wurde im Ausschuss wieder einmal stark diskutiert und beschäftigt die Auricher Verwaltung schon lange. Die ehemalige Klimamanagerin Dr. Katharina Heidtmann hatte diesbezüglich auch zwei Bürgerbeteiligungen durchgeführt, anhand deren die genannten Punkte erarbeitet wurden.

Keinen Nutzungsdaten zum Anrufbus

Reinhard Warmulla (Die Linken) forderte eine Einbindung des Masterplans Radverkehr in das Klimaschutzkonzept, welches von den Ausschussmitgliedern mit elf zu zwei Stimmen abgelehnt wurde. Ebenso stellte er den Anrufbus in Diskussion, der die Stadt jedes Jahr viel Geld kostet. Einer Forderung der Ausschussmitglieder, einen Einblick über die Nutzungszahlen des Anrufbusses zu bekommen, konnte Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß nicht nachkommen. „Das Unternehmen gibt schlicht und ergreifend keine Nutzungsdaten raus. Ich habe schon mehrfach mit denen Gespräche geführt und daraus jetzt meine Schlüsse gezogen“, so Busch-Maaß. Der Kosten-Nutzen Faktor des Anrufbusses steht schon seit längerem in der Kritik und wird im Rat immer viel diskutiert. Seit 2020 sind für die Bürger die Fahrten mit dem Anrufbus kostenlos. Ein Ausbau von Stadtbuslinien ist jedoch sehr kostspielig.

Ein Bahnanschluss muss her

Neben der Verbesserung des ÖPNV und der Fertigstellung eines Verkehrsentwicklungsplans wird in dem Maßnahmenkatalog auch die Erstellung eines Parkplatzkonzepts gefordert. Damit soll der Park-Such-Verkehr verringert werden. Dieser Aspekt ist jedoch in den Augen von Volker Rudolph (GAP) eine Angelegenheit des Landkreises zudem sich die Stadt lediglich positionieren könne.

Neben einem Bahnanschluss sollen aber auch Radabstellplätze geschaffen, eine Mitfahrplattform gegründet und unterstützt ebenso wie Mobilitätspunkte zum Laden von E-Bikes, Carsharing und dem Abstellen von Rädern eingerichtet werden. Reinhard Warmulla macht am Ende der Sitzung deutlich, dass diese Maßnahmen aber keine leeren Versprechungen bleiben dürften, sondern auch an deren Umsetzung aktiv gearbeitet werden und auch Geld investiert werden müsse. „Wir müssen beweisen, dass wir es mit unseren Konzepten und Plänen ernst meinen. Es kann nicht immer alles andere wichtiger sein“.

Annika Schmidt
Annika Schmidt Online-Redaktion
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