Aurich - Fünf Comedians, fünf Orte und fünf Auftritte. Das ist das Konzept der Komischen Nacht, die am Donnerstag zum zweiten Mal in Aurich stattfand. Für viele war es die erste richtige Veranstaltung in der Corona-Pandemie, nach Lockdowns, ohne größere Abstände und in geselliger Stimmung. Auch für die Comedians. „Ich hatte schon ein paar Auftritte in meiner Heimatstadt in Köln, aber richtig für Auftritte reisen, war bisher eher selten. Hier in Aurich zu sein, vor Publikum zu spielen, das da ist und Lust hat, fühlt sich sehr gut an“, sagt Comedian Keirut Wenzel im Gespräch mit der Redaktion.
Schiffsmann und Comedian Nagelritz sprang für Jonas Greiner ein und heizte den Gästen in der Pinte mit Seemansgarn und seinem Akkordeon ordentlich ein.
Auch Gastronom Arno Fecht, Betreiber der Pinte in Aurich, ist zufrieden mit dem Abend. Dennoch hat er gemerkt, dass das Publikum immer noch die letzten zwei Jahre im Hinterkopf hatte: „Man hat schon gemerkt, dass die Zuschauer am Anfang etwas verhaltener waren. Sie haben gelacht, aber geklatscht wurde weniger. Im Laufe des Abends haben sich aber alle immer mehr entspannt und konnten den Abend genießen.“ Schlussendlich habe man gemerkt, dass die Menschen die kulturelle Atmosphäre vermisst haben. Unter den Gästen, die in die Auricher Pinte gekommen waren, waren übrigens auch Wiederholungstäter, die bereits bei der ersten Komischen Nacht in Aurich vor drei Jahren dabei gewesen waren und sich diese auch nicht entgehen lassen wollten.
Zum Video: Comedian Dr. Lüder Warnken ist in Wirklichkeit Notarzt. Er hat es sich zum Ziel gesetzt Deutschland zum besten Ersthelferland der Welt zur machen und das tut er, auf seine ganz eigene und komische Art und Weise.
Breites Themenfeld und alle machen mit
Das Fazit und die Stimmung bei den Zuschauern konnte am Ende kaum positiver sein. Deckten die fünf Comedians Nagelritz, Lüder Warnken, Lennard Rosar, der Storb und das Kölsche Urgestein Keirut Wenzel doch allerlei Themen von Erste Hilfe über Schifffahrt auf Hoher See bis hin zum politischen Geschehen, der Sinnlosigkeit mancher Werbesprüche und dem alltäglichen Wahnsinn auf deutschen Raststättenklos ab. Es wurde gesungen, geklatscht, getrunken und auch Tipps für ernste Notfälle gegeben. Dabei schafften es die Acts, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands angereist waren, trotz anfänglicher Zurückhaltung der Anwesenden Zuschauer die Gäste zu animieren und auch aktiv zu beteiligen. Und so blieb am Ende des kurzweiligen Abends bei den NWZ Redakteuren nur ein Gedanke: Wann findet so etwas wieder statt?

