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Ostfriesische Zeremonie in Aurich Historisches „Pingelhus“ wird zum neuen Teehäuschen

Stellten die Teezeremonie im Pingelhus vor: Fenja Röben vom Historischen Museum, Bürgermeister Horst Feddermann, Museumsleiter Dr. Christopher M. Galler mit Antje Pollmann und Herma Cornelia Peters vom Museum.

Stellten die Teezeremonie im Pingelhus vor: Fenja Röben vom Historischen Museum, Bürgermeister Horst Feddermann, Museumsleiter Dr. Christopher M. Galler mit Antje Pollmann und Herma Cornelia Peters vom Museum.

ggm

Aurich - Das alte Auricher Hafenhäuschen namens Pingelhus am Georgswall soll künftig für Teezeremonien genutzt werden. Besucher können nach vorheriger Anmeldung das ostfriesische Nationalgetränk in seiner ganzen Vielfalt in historischem Ambiente genießen. Herma Cornelia Peters und Antje Pollmann vom Historischen Museum führen die Zeremonie durch. Die Stadt hat die Pläne für diese Idee kürzlich vorgestellt, die erste Teezeremonie ist bereits für den 15. März um 15 Uhr geplant.

Kulturerbe

Die ostfriesische Teezeremonie gehört inzwischen zum Immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Die Idee, den Tee nach überliefertem Vorbild im Pingelhus mit Rosinenbrot und „good Botter“ zu kredenzen, kommt aus dem Historischen Museum, wo Peters und Pollmann tätig sind. Pollmann hat sich als Mitglied für die Stadtführer-Gilde angemeldet. Peters ist bereits als Laienschauspielerin bekannt durch die Verkörperung historischer Frauen aus Ostfriesland. Beide sind sind als Gästeführer unterwegs. Schnell war die Idee geboren, das Pingelhus für die Tee-Zeremonie zu nutzen.

Wie kam der Tee nach Ostfriesland? Warum sind Ostfriesen Spitzenreiter im Teeverbrauch? Vom Teeschmuggel bis zum legendären „Wulkje“ auf dem Tee erwarten die Besucher viele Geschichten rund um den Ostfriesentee, verspricht Pollmann. „Einst wurde der Tee aus Indien in die Niederlande und nach Ostfriesland importiert“, so Pollmann. „In den Niederlanden spielt er heute kaum noch eine Rolle, in Ostfriesland umso mehr“, weiß sie.

Viele Ladungen des ostfriesischen Nationalgetränks wurden auch über das Treckfahrtstief, dem heutigen Ems-Jade-Kanal, nach Aurich verschifft, wo die Ladung schließlich im Hafen gelöscht wurde, um in den Geschäften verkauft zu werden.

Stellten die Teezeremonie im Pingelhus vor: Fenja Röben vom Historischen Museum, Bürgermeister Horst Feddermann, Museumsleiter Dr. Christopher M. Galler mit Antje Pollmann und Herma Cornelia Peters vom Museum.

Stellten die Teezeremonie im Pingelhus vor: Fenja Röben vom Historischen Museum, Bürgermeister Horst Feddermann, Museumsleiter Dr. Christopher M. Galler mit Antje Pollmann und Herma Cornelia Peters vom Museum.

ggm

Treckfahrtsgesellschaft

Gebaut wurde das Pingelhus um 1800 von dem Auricher Architekten C.B.Meyer für die Treckfahrtsgesellschaft am Eingang des Hafens, wo sich heute die Grünfläche des Georgswalls erstreckt. Im Pingelhus kündigte der Hafenwärter mit einer Glocke (Pingel) auf dem Dach des Gebäudes die Ankunft von Frachtschuten vom Ems-Jade-Kanal an. „Aber die Glocke rief auch Fahrensleute wieder an Bord, die in der Gaststätte Ewige Lampe kein Ende finden konnten“, sagte Pollmann. Das Pingelhus wurde 1959 vor dem Verfall bewahrt, nachdem der alte Hafen bereits 1934 zugeschüttet wurde. Heute ragt nur noch das obere Stockwerk aus dem Boden. Genutzt wird es als Trauzimmer für das Standesamt Aurich

Termine sind bereits jeweils an einem Mittwoch, 15 Uhr, vergeben am 10. Mai, 14. Juni, 13. September und 11. Oktober. Bei Interesse können weitere Termine für maximal 16 Personen für je 10 Euro pro Person gebucht werden unter 04941/123600 oder hist-museum@stadt-aurich.de sowie an der Museumskasse.

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Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
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