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Landkreis Aurich erwartet weitere Flüchtlinge Jugendherberge erneut Unterkunft für Schutzsuchende

Die Jugendherberge in Aurich war bereits Anfang des Jahres für einige Monate zur Unterkunft für Flüchtlinge erklärt worden.

Die Jugendherberge in Aurich war bereits Anfang des Jahres für einige Monate zur Unterkunft für Flüchtlinge erklärt worden.

Archiv ggm

Landkreis Aurich - Die Unterbringung von neuen Flüchtlingen unterschiedlicher Nationalität stellt den Landkreis Aurich erneut vor eine schwierige Aufgabe. Das machte Kreissprecher Nikolai Neumayer deutlich. Nach der Jugendherberge Emden für 135 Personen wird ab Mitte November erneut die Jugendherberge Aurich durch die niedersächsische Landesaufnahmebehörde (LAB) als Unterkunft vorbereitet, ebenso wie die Jugendherbergen auf Borkum sowie in Bad Zwischenahn und an der Thülsfelder Talsperre.

Flüchtlinge

Eine schwierige Situation ergibt sich im Landkreis Aurich, weil sich die ursprüngliche Aufnahmequote von 3155 Personen Anfang Oktober um 1787 auf nun insgesamt 4942 aufzunehmende Personen erhöht hat. Es verbleiben, abzüglich der bereits aufgenommenen 2780 Personen, noch 2162 Personen, die im Landkreis aufgenommen und untergebracht werden müssen. 

Viel Zeit bleibt nicht, weil der Zeitraum zur Erfüllung der Quote auf den 31. März 2023 festgelegt wurde.

Aktuell erreichen den Landkreis Aurich durchschnittlich 75 Personen wöchentlich. Dabei teilen sich die Personengruppen momentan in zwei Drittel ukrainische Flüchtlinge und ein Drittel Flüchtlinge aus sonstigen Drittstaaten.

Die prozentuale Verteilung von Flüchtlingen wird sich laut Ankündigung des Landes verschieben, sodass in den nächste Wochen vermehrt mit der Zuweisung von Geflüchteten aus sonstigen Drittstaaten zu rechnen ist.

500 Kinder- und Jugendliche im schulpflichtigen Alter werden aus der Ukraine erwartet. Viele sind müssen in Kindergärten und Grundschulen betreut werden. Dafür fehlen Lehrer und an den meisten Schulen fehlt der Platz.

1000 Flüchtlinge sollen in den kommenden Monaten in Gebäude der ehemaligen Kaserne einziehen.

90 Schüler könnten - nach einem Vorschlag von Schulleiter Rüdiger Musolf - in die ehemalige Außenstelle des Gymnasiums Ulricianum in Aurich-Egels unterrichtet werden.Dafür werden 15 bis 20 Lehrer benötigt.

Borkum wird vom Landkreis Leer belegt. In Aurich waren von Januar bis Februar 73 Personen untergebracht, im März noch etwa 40, die dorthin mit Unterstützung des Jugendherbergswerkes von der Landesaufnahmebehörde für Niedersachsen verwiesen wurden. Für die Flüchtlinge ist die Jugendherberge eine Art „Bahnhof“, um von dort endgültig in andere Kommunen geschickt zu werden. Betreut werden die Flüchtlinge von Sozialarbeitern, Medizinern und Sicherheitsleuten. Zu Jahresbeginn war auch die Flüchtlingshilfe Aurich sehr aktiv gewesen.

Standorte für Container

Der Kreis sucht drei Standorte für weitere Containerdörfer. Derzeit werden neben dem Bau des Containerdorfes auf dem Platz der Internationalen Gärten in Nachbarschaft zur IGS Aurich-West auch weitere Unterbringungsmöglichkeiten durchdacht, geplant und wie in Gebäuden in der ehemaligen Kaserne umgesetzt. In Norden bot die Stadt das Gelände des Pferdesportvereins Norderland für Container an. „Dabei sind neben einer Unterbringung in zwei weiteren Containerdörfern, für die aktuell Standorte gefunden werden müssen, auch immer existierende Immobilien Bestandteil der Gespräche“, so Neumayer. Parallel läuft seinen Angaben nach auch weiterhin die Wohnungsakquise auf Hochtouren, damit aufgenommene Personen möglichst schnell in eigenen Wohnraum vermittelt werden können. „Grundsätzlich versuchen wir auch weiterhin die Belegung von Turn- oder Sporthallen zu vermeiden“, so Neumayer. Derzeit werden vier potenzielle Flächen im Bereich der Stadt Norden geprüft. Hier könnten jeweils mindestens 96 Personen untergebracht werden

Und wie sieht es mit der weiteren Versorgung aus? Aufgrund der Erhöhung der Zuweisungsquote geht die Kreisbehörde davon aus, dass bis zu 500 weitere Kinder im schulpflichtigen Alter in den Landkreis Aurich kommen könnten.

Schulversorgung

Die Verteilung orientiert sich dabei auch weiterhin an den festgelegten Schulbezirken. Welche Schulen bisher Schüler aufgenommen haben und wie sich die Versorgung mit Lehrpersonal konkret gestaltet, sei Sache des Landes benennen. „Grundsätzlich wird bei der Registrierung der geflüchteten Menschen auch immer durch uns geprüft, ob sich darunter Lehrkräfte befinden, die entsprechend eingestellt werden können“, so Neumayer.

Ob die Kreisvolkshochschulen entsprechend Lehrer abordnen können? Das sieht Neumayer mit Skepsis. „Die derzeitige Situation in der Kreisvolkshochschule lässt wenig Spielraum zu, da entsprechend qualifizierte Personen bereits umfänglich in die Betreuung und Beschulung eingebunden sind. Wir befinden uns in einem regelmäßigen konstruktiven Austausch mit dem regionalen Landesamt.“

Lehrer fehlen

Insgesamt muss für rund 500 Schüler aus der Ukraine eine Lösung gefunden werden. Der Auricher Schulleiter des Gymnasiums Ulricianum, Rüdiger Musolf, hatte dafür bereits vor Monaten die Waldschule Egels als „ukrainische Schule“ ins Gespräch gebracht. Dort könnten 90 Schüler unterrichtet werden, wenn 15 bis 20 Lehrer zur Verfügung stehen.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
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