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Folgen der Pandemie Corona-Krise sorgt für massive Verluste bei Wassersportvereinen

Marcardsmoor - Die Corona-Pandemie bringt auch die Wassersportvereine in die Bredouille. „Für gewöhnlich haben wir zu dieser Jahreszeit 30 Gastboote an den Stegen liegen, jetzt sind es aber nur zwei, die ohnehin nur auf der Durchreise sind“, rechnet Heino Jänsch vor. Dem Vorsitzenden des Wassersportvereins Marcardsmoor bereitet in diesen Monaten ein erheblicher Einnahmeausfall bei den Liegegebühren Magenschmerzen. „Wir haben vor einiger Zeit eine Immobilie erworben, deren Finanzierung noch läuft.“

Wegen der Beschränkungen ist der Wassertourismus auf dem Ems-Jade-Kanal zwischen Emden und Wilhelmshaven fast gar nicht gestartet, berichtet Jänsch. Auch wenn das Landesamt für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Natur (NLWKN) die Schleusen und Brücken personell besetzt habe, so zeichne sich nur eine magere Frequenz auf den Wasserstraßen ab. Die Häfen in der Region hätten ihren Betrieb noch gar nicht voll aufgenommen. „Emden und Aurich betreiben ihre Aktivitäten auf Sparflamme, in Wilhelmshaven sind erst ein Drittel der Boote zu Wasser gelassen worden.“

Die Boote der fast 50 Mitglieder, deren Verein vor wenigen Monaten 25-jähriges Bestehen feierte, sind kürzlich in den Ems-Jade- oder den Nordgeorgsfehnkanal gesetzt worden. Doch mit den Plänen mancher Freizeitskipper, den Sommerliegeplatz in den Niederlanden anzulaufen, werde wohl nichts. So hat sich Heino Jänsch namens des Wassersportvereins Marcardsmoor direkt im Corona-Krisenzentrum erkundigt, welche Voraussetzungen für den Betrieb aktuell zu befolgen sind. „Es gelten harte Beschränkungen: Wir dürfen nur 50 Prozent unserer zehn Gaststege belegen und immer nur eine Person in das Sanitärgebäude lassen.“ Zugute käme dem Verein jetzt, dass man an den Längsstegen automatisch die vorgeschriebenen Abstände einhält.

Um Kosten einzusparen, habe der Vereinsvorstand bereits beschlossen, die Werbeanstrengungen zu reduzieren, berichtet Heino Jänsch. „Wir rechnen damit, dass der binnenländische Wassertourismus, wenn überhaupt, nur schleppend anläuft.“ Die Vereinseinkünfte durch Liegegelder könnten bis zu 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen.

Corona-Flaute für Segler

Die Vereinsanlage des WSV Hooksiel ist erst zu knapp 50 Prozent gefüllt, die Winterarbeiten an den Booten hatten sich coronabedingt um einige Wochen verzögert. Foto: Dörte Salverius

Die Vereinsanlage des WSV Hooksiel ist erst zu knapp 50 Prozent gefüllt, die Winterarbeiten an den Booten hatten sich coronabedingt um einige Wochen verzögert. Foto: Dörte Salverius

Ebenfalls beeinträchtigt ist der Wassersportverein (WSV) Hooksiel – wenn auch aus anderen Gründen, denn der Verkehr auf dem Ems-Jade-Kanal wirkt sich dort nicht aus.

„Für Samstag war eigentlich bei uns das Ansegeln geplant, aber wir haben erst knapp die Hälfte der 110 Boote unserer Mitglieder im Wasser“, berichtet WSV-Vorsitzender Heinz Martin. Das zeige, wie sehr sich alles verzögere. Das Ansegeln sei natürlich abgesagt worden. „Zwei Monate lang war der Zugang zum Winterlager gesperrt, die Arbeiten an den Booten können erst jetzt nachgeholt werden“, fügt Martin hinzu. Auswärtige Mitglieder seien überdies wegen der geschlossenen Hotels und der Anreisebeschränkungen noch länger nicht in die Nähe ihrer Boote gekommen. Man bemühe sich, die Boote ins Wasser zu bringen – wegen der Abstandsregeln müssten dafür aber jeweils drei Personen ausreichen, „wo sonst alle mit angepackt haben“. Begrenzt sei auch die Auswahl der Ziele für Segler – Segeln sei zwar auf der Jade möglich, aber spontane Abstecher zu den Inseln, wo man sich zwei Tage vorher anmelden müsse, eben nicht.

Auf Wangerooge darf der dortige Yachtclub voraussichtlich bis über Pfingsten hinaus nur die Hälfte der Liegeplätze für Sportboote öffnen.

Detlef Kiesé
Detlef Kiesé Redaktion Wittmund
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