Aurich - Die Möglichkeiten für die Umwidmung reiner Fahrradstraßen im Auricher Stadtgebiet sind begrenzt. Das machte Bürgermeister Horst Feddermann (parteilos) deutlich. Fünf Fahrradstraßen sind nach dem Masterplan Fahrrad vorgesehen. „Wir wollen das Konzept weiter verfolgen“, sagte der Bürgermeister. Aktuell wird noch eine Bürger-Umfrage durch das Planungsbüro PGT zum Grünen Weg ausgewertet, wo sich ein Prozent der 43.000 Auricher beteiligten. „Es geht um weitere Beteiligung“, sagte Feddermann. „Wir wollen erfahren, wo der Schuh drückt.“ Die einzelnen für Fahrradstraßen vorgeschlagenen Straßen würden nacheinander abgewickelt. Das Verkehrsentwicklungskonzept der Stadt Aurich werde noch in diesem Jahr vom Rat beschlossen, kündigte Feddermann an.
Besser miteinander
Vermutlich müsse man sich von der Vorstellung verabschieden, ganze Straßen vom Autoverkehr zu befreien, sagte Feddermann auch. Als Vorbild nannte er die Neutorstraße in Emden, wo parkende Autos neben Fahrrädern ebenfalls noch ihre Berechtigung haben würden. „Und es klappt offenbar, ein Aufschrei blieb aus. Und wir können unsere Straßen nicht endlos ausweiten“, schlug er ein Miteinander vor, auch wenn die Ansprüche an Fahrradstraßen vom Landkreis Aurich anders formuliert würden. „Ich bin kein Freund starrer Haltungen. Wir wollen den Verkehr insgesamt entwickeln“, so Feddermann.
Auch Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß will keine strengen Maßstäbe anlegen. „Wir wohnen nicht auf der grünen Wiese“, wies auch sie auf die Begrenztheit von Straßenbreiten hin. „Alles was den Fahrradverkehr stärkt, bringt uns weiter“, gab sie zu bedenken, dass die jeweiligen Gegebenheiten berücksichtigt werden müssten. „Wir können ja keine Häuser abreißen“, sagte sie. Stelle man das Schild „Fahrradstraße“ auf, müsse man sich einer strengeren Regelungsdichte stellen. „So kommt man nicht ans Ziel“, so die Stadtbaurätin.
Regeln befolgen
Und Regeln gelte es zu befolgen: Dort wo Autofahrer den Radfahrern untergeordnet würden, müsse dies akzeptiert werden. Man erreiche mehr Menschen, wenn Verkehrsteilnehmer nicht schon im Vorfeld ausgegrenzt würden. „Es gibt viele Stellschrauben und Abwägungsprozesse, an denen gedreht werden kann.“ Auch sei es nicht möglich, die Menschen aus den entfernteren Stadtteilen auf das Fahrrad zu bringen, wenn für Bürger in den 21 angrenzenden Stadtteilen der beispielsweise der Arbeitsplatz bis zu 15 Kilometer entfernt sei. Und: „Es ist entscheidend, ob flüssiges Fahren möglich ist“, sagte die Stadtbaurätin. Und das Aurich Potenzial hat, bescheinigte Verkehrsexperte Heinz Mazur vom Planungsbüro PGT der Stadt, weil diese eine „ausgeprägte Fahrradkultur“ aufweise. Doch immer noch dominiere das Auto in der Kreisstadt, um Fahrten in die Außenbereiche vorzunehmen.
