Moordorf - Er ist ein Urgestein, gewachsen in vielen Jahrzehnten beim Sportverein Ostfrisia Moordorf. Und auch als Trainer ist Harm Hillers (70) nicht nur bei allen Moordorfern bekannt wie ein bunter Hund, sondern auch weit über Ostfrieslands Grenzen hinaus. Jetzt möchte Hillers kürzer treten und ganz am Schluss seiner Laufbahn auch die alten Herren von Ostfrisia Moordorf in jüngere Hände abgeben. „Ich war lange dabei. Jetzt ist die Zeit gekommen“, blickt er auf eine schöne Zeit zurück.
Gegen Münkeboe
Aus diesem Grund hat der Verein ein Spiel gegen Münkeboe organisiert, teilt Ostfrisia-Sprecher Heinrich Lengert mit. Das Spiel fand in Moordorf statt. Münkeboe war aber nie ein Angstgegner, im Gegenteil, denn mit dem Nachbarverein verbindet die Moordorfer nicht nur eine faire Zeit auf dem Platz, sondern auch in den Stunden danach beim Grill und bei diversen Kaltgetränken. „Die dritte Halbzeit ist immer die schönste“, schmunzelt Hillers und spricht aus Erfahrung.
Seit der Jugend aktiv
Harm Hillers hat seit seiner Kindheit alle Jugendmannschaften bei Ostfrisia Moordorf durchlaufen. „Ich bin die ganze Leiter raufgeklettert“, sagt er selbst. Schon als Sechsjähriger kickte er mit der E-Jugend, bis Trainer Dieter Klüver ihn langsam selbst zum Traineramt führte. Aber zunächst spielte Hillers in der A-Jugend, die damals den Sprung in die A-Jugend-Bezirksklasse schaffte. Dort warteten Gegner wie Kickers Emden, FC Norden, Germania Leer und Spielgemeinschaft Aurich auf die Moordorfer. Aber Ostfrisia Moordorf musste sich nicht verstecken. Hier spielten Legenden wie Dirk Schneidermann, Karl-Heinz Wienekamp, Ferdinand Mika und dessen Bruder Alfred Mika. Trainer dieser A-Jugend-Mannschaft war damals noch Siebelt Wienekamp.
Vater immer dabei
Nach der A-Jugend ging es für Harm Hillers weiter. Er spielte sowohl bei den 1., 2. und auch 3. Herren. Er war jedoch auch mit großem Erfolg in der Jugendarbeit aktiv. Und auch als Schiedsrichter war er aktiv. Nach seiner eigenen Laufbahn hängte Hillers seine Fußballschuhe nicht an den Nagel. „Harm war noch nicht müde und wurde Trainer der 3. Herren“, erinnert Sprecher Lengert an dessen Werdegang. Dieses Amt hatte Hillers danach noch viele Jahre inne. An seiner Seite hatte er stets als Betreuer seinen Vater Bertus Hillers, selbst ein Moordorfer Urgestein. „Fast wären wir mit den 3. Herren sogar Kreismeister geworden“, erinnert sich Hillers gern an das Endspiel gegen die starken Dornumer in Marienhafe.
Jetzt mit Tilli auf Reisen
Und als sich in den Reihen von Ostfrisia Moordorf schließlich eine Alte Herren-Mannschaft gründete, war Harm erneut wieder ganz vorne mit dabei. Er stellte sich auch hier als Betreuer zur Verfügung.
„Man kann sagen: Harm ist mit Leib und Seele ein Ostfrisianer“, lobt Sprecher Lengert das herausragende Engagement des Moordorfer Fußball-Veteranen, der in Zukunft mit seiner Frau Mathilde, Tilli genannt, noch ein paar Reisen auf dem Zettel hat - jenseits des grünen Rasens. „Das haben wir schon lange vorgehabt“, freut sich Hillers auf die anstehende dritte Halbzeit in seinem Lebenszyklus im Kreis der Familie.
Und wie geht das Endspiel aus?
Und wie ging das Endspiel aus? Der Ostfrisia-Legende ist nichts geschenkt worden. Mit einem 3:2 schnappten sich die Münkeboer den Sieg in dieser historischen Begegnung. „Das war fast schon ein bisschen schade“, lautete der Kommentar eines Insiders, doch sauer war keiner. Denn am Schluss kamen wieder alle an einem Tisch zusammen, um mit Hillers den Sack nach mehreren Jahrzehnten Trainertätigkeit zuzumachen. „Es flossen ein paar Tränen der Rührung und wir haben bis drei Uhr noch sehr schön zusammen gesessen“, sagte ein Beobachter. Es wurde gegrillt und man sprach Kaltgetränken zu. Die komplette Münkeboer Mannschaft gab sich die Ehre. Hillers bekam eine Ehrenurkunde überreicht, ein Ticket für ein HSV-Spiel sowie eine HSV-Brenntonne - und das Münkeboe-Banner, das von den Münkeboern im Vorfeld zum Endspiel präsentiert worden war.
Harm Hillers ganz entspannt in der dritten Halbzeit.
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Harm Hillers auf dem Platz.
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Harm Hillers mit Enkel Nick im Wohnmobil.
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Wollen noch viel reisen: Harm und Tilli Hillers mit Enkel Nick.
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„Viele kenne ich noch aus der E-Jugend“: Harm Hillers (hinten 2.v.l.) mit den Alten Herren, als diese noch „jung“ waren.
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