Großheide - Anlässlich des niedersächsischen Mühlentages war am Pfingstmontag auch bei der Tjaden-Mühle in Südcoldinne wieder einiges los. Obwohl das Wetter sicherlich hätte besser sein können, zeigten sich die meisten Besucher von Wind und Regen unbeeindruckt. Sowohl rund um den rüstigen Erdholländer als auch drinnen herrschte den gesamten Tag über reges Treiben. Und es gab gleich mehrere runde Jubiläen zu feiern.
Mühle hat den Standort gewechselt
Ursprünglich befand sich die 1901 erbaute Mühle am Nordgeorgsfehnkanal und wurde dort zur Entwässerung eingesetzt. An ihren aktuellen Standort gelangte sie vor 100 Jahren, als Onno Tjaden sie erwarb und anschließend auf dem Wasserwege nach Südcoldinne transportieren ließ. Aus der Wasserschöpfmühle wurde nun eine Kornmühle. Das Glück von Müller Tjaden währte allerdings nicht sonderlich lange. Kurz nach dem Umbau blieb er aufgrund eines Unfalls für immer behindert. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Hermann Tjaden, der Sohn eines Vetters, die Mühle. Als der 1975 starb, wurde sie still gelegt und verfiel allmählich, bis die Gemeinde Großheide sie aufkaufte und Restaurierungsmaßnahmen in die Wege leitete. 1979 wurde das Mauerwerk und 1982 das Flügelkreuz erneuert. Die letzten umfangreicheren Sanierungsarbeiten fanden 2002 statt. 2017 gründete sich ein Verein, der sich seitdem um den Erhalt des Erdholländers kümmert und dafür sorgt, dass die inzwischen zum Museum umfunktionierte, jedoch nach wie vor funktionstüchtige Mühle besichtigt werden kann.
Wo sind die Gewinner der Tombola?
Die Mitglieder des Mühlenvereins „Großheide damals e.V.“ hatten auch das Programm für den Mühlentag zusammengestellt. Während drinnen in der Mühle Tee oder Kaffee und Kuchen kredenzt wurden, konnte man draußen eine Grillbratwurst und ein Bier vom Getränkestand genießen. Dazu ertönte von einer kleinen Bühne Live-Musik mit vorwiegend plattdeutschem Liedgut dargeboten von Enno Jakobs und Nico Weers. Ein weiterer Höhepunkt des Tages war eine Tombola. Da sich einige Gäste wegen einer sich anbahnenden Regenfront dann doch vorzeitig auf den Heimweg gemacht hatten, konnten längst nicht alle Gewinner ermittelt werden. Die gezogenen Losnummern der übrig gebliebenen Preise sind jedoch fein säuberlich notiert worden und sollen demnächst in den sozialen Netzwerken des Mühlenvereins veröffentlicht werden. Wer noch ein Los hat, sollte dies also erst einmal lieber nicht wegwerfen.
