Aurich/Ostfriesland - Sie wollen #hochhinaus, so das diesjährige Motto von Iwan König und Julia Marie Müller. Allerdings beziehen die Macher des Musikalischen Sommers dies ausdrücklich nur auf das künstlerische Niveau ihres Festivals, das 2022 seine 38. Auflage erlebt. Die Preise für die Eintrittskarten werden hingegen nicht angehoben. Los geht es am 17. Juni in der Auricher Lambertikirche.
Kleinere Ensembles
Das Auftaktkonzert gibt schon einmal einen exzellenten Vorgeschmack auf das, was das Festival-Publikum in diesem Jahr erwartet. Auf dem Programm steht ein Klavier-Trio mit Iwan König am Piano, der Cellistin Xialu Li und dem Geiger Wolfgang Schröder, der seit 2005 das Cyprus Symphony Orchestra leitet. Einerseits werden die Fans von Klaviermusik hier gewiss voll auf ihre Kosten kommen. Andererseits hat das Repertoire mit Werken von Beethoven, Smetana und Schoenfield auch ohne großes Orchester im Hintergrund durchaus orchestralen Charakter. Das kompensiert recht gut die Tatsache, dass die Organisatoren bei ihren Planungen im Vorfeld wegen der damals noch schwer abzuschätzenden Rahmenbedingungen bewusst darauf verzichtet haben, allzu umfangreich besetzte Ensembles zu engagieren.
Für Klavier-Liebhaber
In eine ähnliche Richtung geht der Auftritt des Pianisten Haiou Zhang, der sich am 19. Juni in der Kirche Sillenstede von dem WDR-Sinfonieorchester Chamber Players begleiten lassen wird. Auch das Quartett „German Hornsound“ dürfte mit Auszügen aus Carl Webers romantischer Oper „Der Freischütz“ am 23. Juli die Kirche in Backemoor ordentlich zum Beben bringen. Weitere Klaviertrios werden zu hören sein in der Papenburger Stadthalle (26. Juni, mit dem Violinisten Thomas Zehetmair) sowie in den Kirchen von Dunum (14. Juli, mit dem Klarinettisten Dimitri Ashkenazy), Reepsholt (22. Juli), Victorbur (24. Juli) und Marienhafe (26. Juli).
Piano-Solo-Konzerte
Piano-Solo-Kirchenkonzerte gibt es mit Hie Yon Choi (17. Juli Sengwarden) und Severin von Eckardstein (27. Juli Holtrop) sowie Markus Becker (16. Juli Bagband), der ern zwischen Wiener Klassik und zeitgenössischer Jazz-Improvisation wandelt. Das verspricht buchstäblich ein „Haydn-Spaß“ zu werden. Gleichermaßen furchtlos und nicht minder virtuos wird die Formation „Breeze“ am 3. Juli auf Schloss Gödens die Grenzen zwischen Pop und Klassik ausloten.
Sönke Meinen
Aber der Musikalische Sommer und sein aufgeschlossenes Publikum haben ja traditionell auch stets ein offenes Ohr für solcherlei modernere Klänge gehabt. Das ist in diesem Jahr nicht anders. So wird der mehrfach international preisgekrönte und aus Aurich stammende „Guitar-Master“ Sönke Meinen am 10. Juli im Sandhorster Krug sein neues Album „Spark“ vorstellen. Längst zu Stammgästen geworden sind das Schné-Ensemble und seine charismatische Frontfrau, die am 8. Juli im Auricher Güterschuppen spielen werden.
Wer eher zu Blockflöten und Lauten aus der Barock-Ära tendiert, sollte sich unbedingt den Termin von Andreas Böhlen und Daniele Caminiti am 2. Juli in der Deichkirche Carolinensiel merken. Das Abschlusskonzert wird dann am 31. Juli in der Emder Johannes a Lasco Bibliothek über die Bühne gehen und zwar wiederum mit Iwan König und Julia Marie Müller am Piano sowie den beiden Schlagzeugern Bao-Tin Van Cong und Tobias Hegele
