Zwar kommt er aus der Region, ist aber noch relativ unbekannt: Gent Salverius. Der Musiker kommt gebürtig aus Norderney, lebt aber seit Jahren in und um Aurich. Im Interview spricht er darüber, warum er mit über 60 Jahren noch einmal eine Band starten wollte und auf was sich das Publikum am Freitag im Zwischenraum in Aurich freuen kann.
Herr Salverius, wie sind Sie zur Musik gekommen?
Gent SalveriusIch wurde in den frühen 70er Jahren viel durch die amerikanische Folkrockszene geprägt, wie Neil Young und Bob Dylan. Ich lernte Gitarre spielen und habe das viele Jahre lang als ein Hobby gesehen. Die Musik von Wolfgang Niedecken hat mich bestärkt, ein Repertoire aus eigenen deutschsprachigen Stücken zu entwickeln. 2013 gründete sich schließlich „Gent Salverius & Band“, und aus der erst losen Besetzung entwickelte sich die heutige Besetzung aus Dirk, Bea, Hendrik und mir.
Gent Salverius wurde 1959 in Norderney geboren.
Seit den 1990er Jahren lebt er in und um Aurich.
Der Musiker ist verheiratet, hat zwei Kinder und vier Enkelkinder.
Am Freitag, 18.März, treten „Gent Salverius & Band“ ab 20 Uhr im Zwischenraum in Aurich auf.
Der Eintritt kostet 12 Euro im Vorverkauf und 15 Euro an der Abendkasse. Die Veranstaltung findet unter den aktuell geltenden Corona-Regeln statt.
Sie sind nun 62, warum jetzt mit der Band nochmal auftreten und Konzerte geben – es wagen?
SalveriusEigentlich haben wir uns schon 2019 neu formiert. Im Herbst 2019 hatten wir damit unser Debüt in der Bibliothek des Conversationshauses in Norderney – ein wunderbarer Ort dafür. Für mich war das der Sprung vom Mix aus eigenen Stücken und Coverversionen hin zu einem selbst geschaffenen Programm.
Und dann kam Corona…
SalveriusJa, dann kam Corona. Ich muss ehrlich sagen, dass man sich dann ernsthaft nochmal fragt, ob ein musikalischer Neuanfang mit 60 noch sinnvoll ist. Da muss man sich eigentlich schon fragen, ob der Kauf einer neuen Gitarre sich lohnt (lacht). Aber ich konnte den Kölner Dirk Eisenburger als Keyboarder und Sänger gewinnen und daraus erwuchs eine wunderbare kreative Zusammenarbeit, erst virtuell und auf Abstand, später je nach C-Regeln zu zweit oder aber mit Bea und Hendrik zusammen.
Dirk Eisenburger, Bea Neumann, Gent Salverius und Hendrik Neumann bilden zusammen „Gent Salverius & Band“. Foto: Privat
Das ist auch die Band, mit der Sie am Freitag im Zwischenraum auftreten. Ist das dann ihr erstes Konzert gemeinsam und wie bereitet man sich darauf vor?
SalveriusNein, wir haben in 2020 schon Konzerte gespielt in Varel und auf Norderney. Dies ist nach der Winterpause das erste Konzert in 2022 und wird hoffentlich auch nicht der letzte Auftritt sein (lacht). Einige sind bereits gebucht, allerdings nicht immer in Ostfriesland. Und wie man sich darauf vorbereitet? Wie sagt Schröder von den Peanuts so schön: Üben ... üben ... üben...!
Freuen Sie sich auf den Auftritt?
SalveriusDefinitiv! Der Zwischenraum ist so etwas wie das Auricher Wohnzimmer. Vor 2020 habe ich dort schon schöne Stunden verbracht. Es ist wichtig und toll, dass es in Aurich einen solchen Ort für Künstler gibt. Wir sehen den Auftritt am Freitag als Warm-Up. Wir probieren aus, bringen neue Stücke und wollen sehen, wie es beim Publikum ankommt.
Die Musik liebt Gent Salverius seit er Kind ist. Vor allem der Folkrockszene fühlt er sich verbunden. Foto: Privat
Was erwartet das Publikum?
SalveriusViele Auricher kennen meine Musik – leider – noch nicht und Corona hat auch eine geplante Studioproduktion erst einmal platzen lassen … Aber man kann es mit den Worten aus meinem Stück „Endlich“ beschreiben: „Ich sing vom Ankommen und Geh`n, Und von dem, was dazwischen passiert.“ Lieder, die das beschreiben, was das Leben alles ausmacht. Meine Musik ist Selbstironie auf sich und das Leben und auf die aktuelle Situation.
Man sagt immer: Musiker und Künstler brauchen Live-Auftritte wie die Luft zum Atmen. Ist das bei Ihnen auch so?
SalveriusDa antworte ich mal typisch norddeutsch: Jo.
