Aurich/Krummhörn - So wie bisher geht es nicht weiter – nach den massenhaften Rissen von Schafen in der Krummhörn bei Eilsum-Grimersum in der Kummhörn fordert Dr. Joachim Kleen, Kreisvorsitzender der Auricher CDU, eine „Zeitenwende im Umgang mit Wölfen.“ In einer aktuellen Mitteilung kritisiert er den niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer (Grüne) scharf und fordert rasches Handeln zum Schutz der regionalen Landwirtschaft – Ostfriesland brauche dringend ein aktives Wolfsmanagement.
Furcht der Jäger vor Anfeindungen
Dr. Joachim Kleen ist Vorsitzender der Auricher Kreis-CDU und fordert nach den massenhaften Rissen von Schafen in der Krummhörn ein aktives Wolfsmanagement in Ostfriesland. Bild: CDU-Kreisverband Aurich
Genau das werde durch den Umweltminister aber so sehr erschwert, dass es praktisch nicht umsetzbar ist, erklärte Kleen im Gespräch mit unserer Redaktion. Ein besonderes Ärgernis ist für ihn dabei die vorgebliche Transparenz, die durch ein Gerichtsurteil des Staatsgerichtshofs in Bückeburg im Frühjahr vonseiten Meyers und anderer Kläger erwirkt worden war. Die Identität von Jägern würde damit zwar nicht per se öffentlich genannt, sei jetzt anhand der zu nennenden Orte aber viel einfacher herauszufinden. Kleen: „Die Stimmung ist so aufgeheizt, dass ich verstehen kann, dass Jäger sich dem verweigern, selbst wenn sie selbst eigentlich für einen Abschuss sind. Ich bin selbst auch Jäger – aber würde man mir den Auftrag geben, einen Wolf abzuschießen, würde ich sagen: Nein, danke. Ich habe eine Familie.“
Niedersachsen so viele Wölfe wie Schweden
Nicht nur die Auricher Kreis-CDU äußerte sich im Nachgang zu den Schafsrissen in der Krummhörn: Meta Janssen-Kucz, umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Niedersächsischen Landtag, mahnte dazu, jetzt sachlich zu bleiben. „Die CDU und andere können noch so laut schreien, dass Wolfproblem war auch in ihren Regierungszeiten auf Bundesebene und in Niedersachsen immer Thema und ist am geltenden Recht gescheitert“, wird sie in einer aktuellen Mitteilung zitiert. „Politisches populistisches Geschrei hilft nicht weiter!“
Die Wolfsrisse in der Region seien „bedauerlich“, EU-Recht und das Naturschutzgesetz gelten aber nach wie vor, so Janssen-Kucz. Aktuell laufen demnach Gespräche für „einen vertrauensvollen Dialog zum Wolfsmanagement“ des Umweltministeriums, um die Bedürfnisse der Weidetierhalter auf der einen und das Artenschutzinteresse auf der anderen Seite in bestmöglichen Einklang zu bringen.
Der ländliche Raum wird somit „ein Spielfeld der ideologischen Politik“, so der CDU-Chef – Weidetierhaltung und Deichsicherheit seien Christian Meyer anscheinend egal. Überhaupt würde die Landesregierung nur Politik für Ballungsräume machen und Regionen wie Ostfriesland hätten dadurch das Nachsehen. Denn der Wolfsbestand nehme seit Jahren stark zu, mittlerweile gebe es allein in Niedersachsen ähnlich viele Wölfe wie in ganz Schweden. Darunter leiden laut Kleen nicht nur alle einheimischen Weidetierhalter, sondern vor allem Menschen, die nur eine Handvoll Tiere haben. „Wer zwei Ziegen bei sich im Garten stehen hat, der will sich keinen Wolfszaun für viel Geld hinstellen. Was soll denn hier die Alternative sein – gar keine Tiere mehr zu halten? Das kann es doch nicht sein“, kritisierte Kleen. Er sei selbst auch Tierhalter und fühle sich derzeit sehr unwohl, denn dass der Wolf da ist, weiß er seit drei Jahren, als erstmals eins der Raubtiere nahe seines Hauses fotografiert worden war. „Aktuell, das sage ich ganz offen, begleite ich meinen Sohn morgens auch auf dem Weg zur Schulbushaltestelle.“
Kosten für Weidetierhalter nicht tragbar
Schutzmaßnahmen wie Hütehunde und die komplette Einzäunung von Weiden seien selbst für größere Tierhaltungsbetriebe oft nicht darstellbar. Kleen: „Gerade Schäfereien, wie im Fall der aktuellen Risse in der Krummhörn, verdienen nicht viel Geld. Selbst mit staatlicher Förderung bleiben diese Leute für einen neuen Zaun auf mehreren Tausend Euro Kosten sitzen, die einen erheblichen Anteil des möglichen Jahresgewinns ausmachen. Das ist nicht darstellbar.“ Zumal am Ende dann die gesamte ostfriesische Landschaft voller Zäune stehe, wie er auch in seiner Mitteilung ausführte – was ebenfalls keine realistische Perspektive sei. „Niemand will den Wolf in Deutschland ausrotten, aber Ostfriesland ist aufgrund seiner Küsten- und Siedlungsstruktur eine Besonderheit und muss auch dementsprechend berücksichtigt werden“, sagte Kleen im Gespräch weiter. Er kündigte weiterhin an, den Umgang mit Wölfen zu einem Hauptthema des kommenden Jahres für die Kreis-CDU zu machen.
Nicht nur die Auricher Kreis-CDU äußerte sich im Nachgang zu den Schafsrissen in der Krummhörn: Meta Janssen-Kucz, umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Niedersächsischen Landtag, mahnte dazu, jetzt sachlich zu bleiben. „Die CDU und andere können noch so laut schreien, dass Wolfproblem war auch in ihren Regierungszeiten auf Bundesebene und in Niedersachsen immer Thema und ist am geltenden Recht gescheitert“, wird sie in einer aktuellen Mitteilung zitiert. „Politisches populistisches Geschrei hilft nicht weiter!“
Die Wolfsrisse in der Region seien „bedauerlich“, EU-Recht und das Naturschutzgesetz gelten aber nach wie vor, so Janssen-Kucz. Aktuell laufen demnach Gespräche für „einen vertrauensvollen Dialog zum Wolfsmanagement“ des Umweltministeriums, um die Bedürfnisse der Weidetierhalter auf der einen und das Artenschutzinteresse auf der anderen Seite in bestmöglichen Einklang zu bringen.
