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Neue Pläne für Nahverkehr in Aurich vorgestellt Neue Rolle für umstrittenen Anrufbus im Stadtverkehr

Der Auricher Stadtbus muss noch mehr angenommen werden. Diesen Appell richtet die Stadtbaurätin an die Auricher.

Der Auricher Stadtbus muss noch mehr angenommen werden. Diesen Appell richtet die Stadtbaurätin an die Auricher.

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Aurich - Der oft wegen seiner hohen Kosten gescholtene Auricher Anrufbus könnte bei der Neuorientierung des Nahverkehrs im Stadtgebiet eine neue Rolle zugewiesen bekommen. Entsprechende Pläne hat Gutachter Christoph Marquardt vom Büro „Mobile Zeiten“ vor kurzem im Umweltausschuss des Stadtrates vorgestellt. Mit neuen Strukturen möchte der Verkehrsverbund Ems-Jade effizienter werden. Das soll sich positiv auf die Fahrgäste in ganz Ostfriesland auswirken.

Anrufbus und Umsteigebahnhof

Ein neues Konzept wird von Christoph Marquardt vom Gutachterbüro „Mobile Zeiten“ für die Vertaktung von Regionalbussen und im Auricher Stadtverkehr erarbeitet.

Die Stadt Aurich spielt mit einem Umsteigebahnhof, möglicherweise an der Sparkassenarena, eine wichtige Rolle. Menschen sollen nahtlos aus allen ostfriesischen Kreisen und innerstädtisch zu den Dörfern im Landkreis Aurich umsteigen können.

Der Anrufbus ist Teil einer flexiblen Überlegung, damit Fahrgäste ihre Anschlussbusse erreichen können. Er kostet 300 000 Euro im Jahr, wird von 30 000 Fahrgästen genutzt.

Ein Konzept für den Öffentlichen Personennahverkehr wurde für die Stadt Aurich bereits 2018 erarbeitet, aber nicht weiter verfolgt. Nach diesem Konzept sollte die Stadt jährlich 900 000 Euro zuschießen.

Der Landkreis Aurich ist für den Öffentlichen Nahverkehr zuständig. Die Stadt Aurich holt deshalb auch den Kreis bei den Plänen mit ins Boot.

Im Ausschuss wurde mit Vertretern des Landkreises Aurich das Konzept für eine Neuordnung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorgestellt, weil der Kreis für ein neues Liniennetz zuständig ist, dass in künftig in die einzelnen Dörfer und Städte des Landkreises, aber auch über die Kreisgrenzen hinaus vertaktet werden soll.

Jährlich 30 000 Euro

Das seit 2020 kostenlose Angebot Anrufbus kostet die Stadt 300 000 Euro im Jahr, wird aber nur von 30 000 Fahrgästen genutzt. Gutachter Marquardt stellte ein Liniensystem vor, in dem die Stadt Aurich eine zentrale Rolle spielt, wo sich die Buslinien zur halben und vollen Stunden für den Umstieg der Fahrgäste kreuzen. Im nächsten Frühjahr soll die Politik eine Entscheidung treffen.

Bis 2030 sollen die so genannten Linienbündel im Landkreis Aurich neu an die Busunternehmen vergeben werden. Die Regionalbusse stellen im Stadtgebiet quasi selbst einen innerstädtischen Verkehr sicher, doch es bleiben Lücken, die beseitigt werden müssen.

Hier kommt Gutachter Marquardt ins Spiel, der bis zum kommenden Jahr entsprechende Lösungen erarbeiten soll.

Angesichts der steigenden Spritpreise scheint die Zeit aktuell genau richtig für einen Umstieg der Menschen auf den Personennahverkehr zu sein, meint Marquardt – wenn der ÖPNV entsprechend vorbereitet sei.

Zeit ist günstig

Einmal wird hier ein konventioneller Linienbetrieb mit festen Fahrplänen genannt, zum anderen ein flexibles Angebot, in dem der Anrufbus eine wichtige Rolle spielen könnte. „Aber das kostet Geld. Betriebsstunden gibt es nicht umsonst“, machte Marquardt auch deutlich – und daran mangelt es in der Stadt Aurich und im Landkreis Aurich zur Zeit mächtig. Allerdings, so Marquardt, würden der Individualverkehr, der Bau und die Unterhaltung von Straßen und Wegen auch Geld kosten, obwohl diese nicht ständig von Fahrzeugen frequentiert würden. „Stadtbus und Anrufbus. Das muss passen“, so Marquardt. Saskia Buschmann (CDU) wies auf die Schichtarbeiter hin, die vor und nach den Schulbussen zur Arbeit oder nach Hause müssen.

Einwände bestehen

Aus den Reihen der Ausschussmitglieder wurden Einwände laut, als beispielsweise Reinhard Warmulla (Linke) eine schnellere Umsetzung des 49-Euro-Tickets anmahnte. Für Warmulla kommen nur feste Fahrzeiten in Frage, bei „nur fünf Gehminuten zur nächsten Bushaltestelle“, damit das System vom Bürger auch angenommen würde. Für Reinhold Mohr (Grüne) sei auch die Stadt Oldenburg in das Busnetz einzubinden, um Erfolg zu haben. Doch unbegrenzt können Fahrgäste auch nicht mitfahren, weil auch Platz für Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühle bleiben muss, gab Hendrik Reichelt vom Amt für Wirtschaftsförderung in der Auricher Kreisverwaltung zu bedenken.

Doch bis es so weit ist, bleibt der Anrufbus möglicherweise ein Zankapfel. Volker Rudolph (GAP) sprach von einem „sehr teuren Taxi“, während Stadtbaurätin Alexandra Busch-Maaß an die Auricher appelliert, den Anrufbus ausreichend zu nutzen. „Es wird nicht in der Deutlichkeit gelebt. Ich schaue mit einem weinenden Auge auf den Anrufbus“, bedauert sie die aktuelle Situation.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
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