Aurich - Zugegeben, die Konkurrenz war groß für den OHV Aurich. Das sommerliche Wetter lockte in den Garten, an den Grill, außerdem kämpften mit Werder Bremen und dem Hamburger SV zwei Fußball-Zweitligisten um den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Den hartgesottenen Handballfans war das aber egal, sie kamen trotzdem in die Sparkassen-Arena um ihren Drittligisten OHV im letzten Heimspiel der Saison zu unterstützen.
Immerhin ging es auch hier um etwas: Die Auricher wollten sich gegen den Longericher SC Köln den letzten nötigen Punkt für den Einzug in den DHB-Pokal erkämpfen, außerdem hieß es Abschied nehmen. Von Funktionären, von Spielern – und von Trainer Arek Blacha. Der allerdings konnte seinem eigenen Abschied nicht beiwohnen. Eine Coronainfektion bremste den scheidenden Trainer aus. Auch Jonas Schweigart musste aus diesem Grund passen. Auf der Platte aber sprangen die anderen in die Bresche und erarbeiteten ein 31:31.
In der Anfangsphase gingen die Gastgeber schnell mit 4:1 in Front. Die Kölner aber ließen sich nicht so schnell entmutigen und überzeugten mit variablem Rückraumspiel. Sie verstanden es, immer wieder Lücken in den Auricher Deckungsverbund zu reißen. Das wiederum brachte die Heimmannschaft nicht aus der Ruhe. War Kevin Wendlandt per Manndeckung aus dem Spiel genommen, waren andere zur Stelle. Am Ende sollte sich die Zahl der Auricher Torschützen auf fünf beschränken: allen voran Wendlandt (9 Tore), dann Evgeny Vorontsov (6), Petar Puljic (6/2 Siebenmeter), Maxim Pliuto und Jonas Wark (beide 5). Das 18:14 zur Halbzeit war verdient.
Den Vorsprung hielten die Auricher eine ganze Weile auch im zweiten Durchgang. Vor allem Jonas Wark und Maxim Pliuto trugen ihren Teil dazu bei. Die letzten Minuten aber gehörten dem Longericher SC Köln. Die Auricher, die über 60 Minuten mit nur acht Feldspielern geackert hatten, waren am Ende ihrer Kräfte. Vorne war im Abschluss die Konzentration weg, hinten war es Frederick Lüpke zu verdanken, dass der OHV nicht plötzlich hinten lag. Den Gästen gelang am Ende tatsächlich noch der Ausgleich zum 31:31-Endstand, das verdarb den Aurichern den Abend aber nicht mehr.
