Aurich - 120 Frauen und Männer sind am Donnerstag zur Gründungsversammlung der Initiative „Omas gegen Rechts“ ins Europahaus in Aurich gekommen. Die Versammlung wurde begleitet von dem Zitat des Schriftstellers Erich Kästner „Die Ereignisse von 1933 bis 1945 hätten spätestens 1928 bekämpft werden müssen. Später war es zu spät“, teilen Bettina Hoppe und Margret Tobiassen mit. Diese Mahnung war Leitmotiv für das Gründungstreffen, erklären beide. Als beunruhigend werde das Erstarken der AfD empfunden, die auch in Niedersachsen vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall geführt wird. Mit Sorge werde bei allen Teilnehmern eine Zunahme antisemitischer und rassistischer Hetze und Gewalt, die Verrohung der öffentlichen Auseinandersetzung und der Verlust an demokratischer Streitkultur gesehen.
Ein Treffen im Monat geplant
In zehn Kleingruppen tauschten sich die Teilnehmer im Europahaus über ihre persönlichen Erfahrungen aus. Sie berieten erste Ideen, was man gemeinsam tun kann. „Ich höre in meinem persönlichen Umfeld immer mal wieder rechte Sprüche, auch von Personen, bei denen ich mir das nicht hätte vorstellen können. Ich weiß dann oft gar nicht, wie ich damit umgehen soll“, berichtete eine Teilnehmerin. Sie fand es gut, endlich darüber sprechen zu können.
Wie mit Stammtischparolen umgehen
Die „Omas gegen Rechts“ wollen sich zukünftig einmal monatlich treffen, um sich zu informieren, auszutauschen und Aktivitäten zu planen. So wird erklärt, wie mit Stammtischparolen umgegangen werden kann. Beschäftigen will man sich mit den politischen Entwicklungen in Europa und der Europawahl im Juni 2024. Das seien Themen, mit denen sich die Gruppe beschäftigen wolle. Die monatlichen Treffen finden jeden zweiten Dienstag im Monat um 19 Uhr im Familienzentrum Aurich statt, das erste Treffen ist am 9. April. Anfragen können per Mail an omasgegenrechts-aurich@web.de gerichtet werden.
