Aurich - Radfahrer sollen in der Stadt Aurich schneller durch die Stadt gelangen. Auf dem Ostfrieslandwanderweg, der teilweise über die ehemalige Kleinbahnstrecke führt, sollen Radfahrer deshalb an kreuzenden Stadtstraßen Vorfahrt bekommen. Das machte Ordnungsamtsleiter Helmut Lücht im Umweltausschuss deutlich. Insgesamt untersucht wurden bereits 37 Übergänge, gab Lücht einen Überblick zur aktuellen Situation. Autofahrer müssen immer dann besonders aufpassen, wenn rote Markierungen auf der Fahrbahn aufgemalt sind.
Probelauf an vier Übergängen
An vier Übergängen im Gewerbegebiet Schirum wurden in einem einjährigen Probelauf bereits vier Kreuzungen entsprechend markiert, wo Autofahrer Radfahrer zuerst fahren lassen müssen. Von dort meldeten die ersten Radfahrer, dass sie sich „nicht wohl“ in ihrer Haut fühlen, wenn sie ihre Vorfahrt einfordern und ohne zu bremsen über die Kreuzung fahren. Wichtig ist es dabei, dass die Radfahrer auch rechtzeitig von Autofahrern bemerkt werden. Dafür müssen die sogenannten Sichtdreiecke ordentlich freigeschnitten werden. Und hier sind zum Teil auch Anwohner in der Pflicht. An fünf Stellen ist es deshalb bisher nicht möglich, die Vorfahrt für Radfahrer freizugeben, beispielsweise in der Glupe, am Schoolpad, am Eickebuscher Weg und am Schirumer Weg, sagte Lücht.
Vorbild in der Popenser Straße
Vorbildcharakter bei den Vorfahrtsplänen hat die Popenser Straße, die im Zuge der Sanierung bereits so gestaltet wurde, wie es sich die Verkehrsplaner wünschen. Der Radweg ist höher und rot markiert. Außerdem ist hier ein Zählgerät für Radfahrer aufgestellt worden. Probleme gibt es mit dem Gerät aber deshalb, weil die Messschläuche auf dem Boden durch Vandalismus zweimal zerstört wurden. Die Reparatur ist teuer und hält das Projekt unnötig auf, weil die Erfahrungswerte vor allem im Sommer und Herbst gewonnen werden sollen, weil im Winter weniger Radfahrer unterwegs sind.
„Fahrradschnellweg“ noch weit entfernt
In welcher Form die Radfahrer künftig mehr Rechte im Verkehr erhalten, blieb offen. Reinhold Mohr (Grüne) brachte für den Ostfrieslandwanderweg sogar einen „Fahrradschnellweg“ ins Gespräch, während Manfred Möhlmann (CDU) hier Bedenken anmeldete, weil schließlich auch Fußgänger auf dem Ostfrieslandwanderweg unterwegs seien. Und für alle Nutzer wird der Ostfrieslandwanderweg immer noch als zu schmal erachtet und berge ein hohes Unfallrisiko, wenn er er nicht auf mindestens vier Meter ausgebaut würde.
