Aurich - Der Rat der Stadt Aurich hat sich am Donnerstagabend im Rat noch einmal geschlossen für die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Aurich und Emden stark gemacht und eine Resolution verabschiedet. Diese begrüßt das Prüfverfahren der Landesnahverkehrsgesellschaft zur Reaktivierung der Bahnstrecke für einen Personennahverkehr. Zuvor hatte es jedoch ein Machtwort des Bürgermeisters geben müssen.
Einladung nach Hannover
Helmut Wendt, Vorsitzendes der Auricher Vereins „Ran an die Bahn“, hatte in der Einwohnerfragestunde der Ratssitzung alle Mandatsträger und Verwaltungsangestellten eingeladen, doch einmal mit dem Verein zur Landesnahverkehrsgesellschaft nach Hannover zu fahren, um dort ein deutliches Signal für die Reaktivierung zu geben. Seine Idee stieß dabei jedoch nicht bei allen auf große Begeisterung. Während Hendrik Siebolds (Die Linken), die Einladung freute und die Idee unterstützte, erinnerte Grünen-Vorsitzende Gila Altmann auch an die Skeptiker des Projekts. „Es gibt in der Region immer noch Gebiete, in denen eine Reaktivierung nicht gewollt ist. Die müssen wir erst überzeugen und dann können wir guten Gewissens nach Hannover fahren“, erklärt sie.
Kritiker gibt es immer
Landtagsabgeordneter Wiard Siebels (SPD) sah dies etwas unkritischer. „Es gibt bei Verkehrsinfrastrukturprojekten immer Skeptiker und Kritiker. Die Machbarkeitsstudie des Kreises demonstriert aber die Geschlossenheit der Region und setz damit ein deutliches Zeichen. Auch CDU-Fraktionsvorsitzender Arnold Gossel will nach eigener Aussage noch warten. „Wir haben jetzt zum zweiten Mal die Chance, den Personennahverkehr auf der Bahnstrecke zu reaktivieren. Die nächste Entscheidung über die dritte Stufe wird aber erst noch dauern. Daher müssen wir jetzt nichts übers Knie brechen.“
Große Erwartungen an Ergebnisse der Machbarkeitsstudie
Bis jetzt hat die Stadt Aurich mit ihrer Bahn-Reaktivierung eine Stufe im Auswahlverfahren erfolgreich durchlaufen und befindet sich jetzt in der zweiten. In dieser wird eine Nutzwertanalyse gemacht. Danach folgt in der dritten Stufe im Auswahlprozess des Landes zur Reaktivierung einer Bahnstrecke eine Kalkulation der Betriebskosten. Diese Prüfung soll zwei Monaten dauern. Auch die Machbarkeitsstudie des Landkreises Aurich zur Reaktivierung der Bahnstrecke läuft derzeit noch, soll aber in diesem Jahr noch präsentiert werden. Das Hoffen darauf ist im Rat am Donnerstag deutlich geworden.
Straßenbahn oder Eisenbahn?
Unklarheiten, gab es jedoch bei einer formalen Angelegenheit, auf die auch schon Helmut Wendt in seiner Einladung hinwies. Für die Reaktivierung des Personennahverkehrs zwischen Emden und Aurich ist eine Art Tram-Train angedacht, eine Mischung aus Straßen- und Eisenbahn. Beide Transportarten unterliegen jedoch unterschiedlichen Ordnungen. Während die Eisenbahnbetriebsordnung für die Eisenbahn zuständig ist, ist es die Straßenbahnbetriebsordnung für die Straßenbahn. Gila Altmann bat darum, beides prüfen zu lassen und dies auch in die Resolution mit aufzunehmen. Bürgermeister Horst Feddermann bat jedoch abschließend darum, sich zunächst auf ein grundsätzliches Zeichen für die Reaktivierung der Bahn zu konzentrieren. „Lasst uns erstmal nur ein Zeichen nach Hannover senden und uns jetzt bitte nicht ins klein-klein verheddern!“
