Aurich - Geflüchtete Kinder aus der Ukraine soll gezielt in der Waldschule Egels von Lehrern aus der Ukraine unterrichtet werden. Diesen Vorschlag hat der Leiter des Gymnasiums, Rüdiger Musolf, dem Landkreis Aurich und dem Regionalen Landesamt für Schule und Bildung unterbreitet. „Die Resonanz ist positiv“, sagte Musolf. Die Waldschule ist eine Außenstelle des Gymnasiums. Dort könnten bis zu 90 Kinder in drei Klassenräumen von 15 bis 20 Lehrern unterrichtet werden. Dabei würde der Schwerpunkt auf den aus der Ukraine bekannten Kernfächern liegen, entsprechend dem Schulsystem. „Die zu vermittelnden Lehrstoffe sind inzwischen digital verfügbar“, sagte Musolf. Für Sport oder Kunst könne ein gemeinschaftlicher Unterricht mit den übrigen Schülern stattfinden.
Schulleiter Rüdiger Musolf. Bild: Archiv
„Noch werden keine Ukrainer dort beschult, aber vielleicht ist die Situation nach den Osterferien anders“, meint der Schulleiter. Musolf hält die Lage der Waldschule für ideal, weil sie am Waldesrand liegt und Schüler dort zur Ruhe kommen könnten. „Es ist nur ein Vorschlag. Wir freuen uns, wenn wir helfen können“, sagte er. Der Plan sei deshalb sinnvoll, um den Schülern wieder ein Stück Normalität und Kontinuität in den Alltag zu bringen.
Auswahl der Schüler muss in Laatzen erfolgen
Niedersachsenweit sind inzwischen 3000 Schüler aus der Ukraine an Schulen gemeldet, ebenso wurden sie bereits in einigen Schulen im Landkreis Aurich aufgenommen. Die Hoffnung liegt auf einer Zusammenarbeit der Schulen, abgezogen werden sollen dort keine Schulen. Um entsprechend Schüler mit vergleichbarer gymnasialer Vorbildung für die Waldschule Egels zu bekommen, müsste bereits bei der Aufnahme der Flüchtlinge in Laatzen eine Auswahl in den entsprechenden Altersgruppen vorgenommen werden. Ebenso könnten von dort Lehrer nach Aurich vermittelt werden.
Die Schule ist vorbereitet
Das Gymnasium und die Waldschule sehen sich mit einem „starken Team“ gut vorbereitet: Dort sind bereits Expertengruppen gebildet worden, um diesen Vorschlag umzusetzen. Es gibt russischsprachige Lehrer. Aber auch Lehrer für „Deutsch als Zweisprache“, Schulseelsorger, Beratungslehrer und Schulsozialarbeiter sind in die Pläne einbezogen, um auf traumatisierte Schüler vorbereitet zu sein. „Es gibt in der Ukraine Gegenden, aus denen die Kinder schreckliche Bilder mitbringen“, so Musolf. „Wir wollen sie gastfreundlich empfangen.“
