Borkum - Eine Stehpaddlerin hat sich am Sonntagabend vor Borkum mit ihrem Board zu weit aufs Meer hinausgewagt. Die Frau war zuletzt so erschöpft, dass sie nicht mehr aus eigener Kraft die Insel erreichen konnte. Die Besatzung des Seenotrettungskreuzers „Felix Sand“ rückte aus, um die Frau zu suchen. Diese trieb vor dem Südstrand auf dem Wasser, weil sie zuletzt nicht mehr gegen den ablandigen Wind ankam. Auch ein Fischkutter wurde alarmiert. Die Frau wurde schließlich sicher an Land gebracht.
Zeugen wählen Notruf
Passanten hatten gegen 19.20 Uhr vom Südstrand Borkums aus gesehen, wie die Stehpaddlerin vergeblich versuchte, an die rund 250 Meter entfernte Küste zurückzugelangen. Dabei stürzte sie immer wieder von ihrem Board. Ablandiger Nordostwind mit vier bis fünf Beaufort – bis zu 37 Stundenkilometer – trieben sie schließlich immer weiter von der Insel weg. Die Augenzeugen wählten die Notrufnummer „112“ und informierten die Rettungsleitstelle Ostfriesland.
Die benachrichtigte Seenotleitung Bremen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) alarmierte schließlich die Besatzung des vertretungsweise auf Borkum stationierten Seenotrettungskreuzers „Felix Sand“. Gleichzeitig wurde über den internationalen Not- und Anrufkanal 16 der Fischkutter „Avalon“ angerufen, der sich ganz in der Nähe der Wassersportlerin befand. Noch während der Seenotrettungskreuzer Kurs auf die Unglücksstelle nahm, konnte die Fischkutterbesatzung die Frau aus dem etwa elf Grad Celsius kalten Wasser retten. Mit dem Tochterboot „Saphir“ übernahmen die Seenotretter die Paddlerin. Die Frau war zwar erschöpft, aber wohlauf.
Unwägbarkeiten auf See
Die Seenotretter warnen vor diesem Hintergrund vor den Unwägbarkeiten auf See. Nord- und Ostsee gehören zu den anspruchsvollsten Wassersportgebieten der Welt. Unbedingt sollten Wassersportbegeisterte vor ihrem Ausflug aufs Meer alle relevanten Informationen wie Wettervorhersage, Gezeitenstrom, -richtung und -stärke, erwartete Wellenhöhe sowie Wassertemperatur zusammentragen. Im Internet gibt es auf der Seite „sicher-auf-see.de“ weitere Tipps. Dort können Wassersportler die Broschüre „Sicher auf See“ kostenfrei bestellen und Informationen zur Sicherheits-App SafeTrx erhalten.
