Aurich - Noch steht der Bauzaun, noch bewegen Bagger draußen Sand und Erde, noch liegt im Gebäude einiges an Bauschutt und Staub. Aber der neue Anbau der Staatsanwaltschaft Aurich ist soweit fortgeschritten, dass gegen Ende des Jahres sukzessive der Umzug von der Emder Straße vonstattengehen kann. Über den Stand der Arbeiten informierte am Mittwoch bei einer Begehung Projektleiter Sebastian Braak vom Staatlichen Baumanagement Region Nord-West den zukünftigen Hausherrn und Behördenleiter Florian Eiser, dessen Stellvertreterin Annette Hüfner und Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza.
Zuerst durften Archäologen an die Baustelle
Der Start der Bauarbeiten im Mai 2020, so berichtete Sebastian Braak, gestaltete sich aufgrund der Bodenbeschaffenheit etwas komplizierter als gedacht. Bevor man richtig loslegen konnte, hatten zudem Archäologen das Wort, die ihre Untersuchungen durchführten. Doch dann ging eigentlich alles sehr zügig vonstatten. „Die Baustelle stand nicht wegen Corona still“, verkündete der Projektleiter nicht ohne Stolz. Auch die Kosten blieben weitestgehend im kalkulierten Rahmen von zehn Millionen Euro.
Große Zufriedenheit über den Stand der Arbeiten am Neubau der Staatsanwaltschaft Aurich zeigten bei der Begehung der Baustelle (v.l.n.r.) Projektleiter Sebastian Braak, Leitender Oberstaatsanwalt Florian Eiser, Justizministerin Barbara Havliza und stellvertretende Behördenleiterin Oberstaatsanwältin Annette Hüfner. Bild: Martina Ricken
Mit dem neuen Anbau erhält die Auricher Staatsanwaltschaft ein Gebäude, das den modernen Sicherheitsansprüchen genügt. Die Büros sind hell und luftig. Die neuen Errungenschaften, über die sich Behördenleiter Florian Eiser besonders freut, liegen derweil im Keller. Über viele Meter erstrecken sich Rollregale, in denen das Archiv untergebracht wird. Doch bis alles an seinem Platz ist, wird viel Muskelkraft erforderlich sein. „Es müssen 250.000 Akten ins Archiv bewegt werden“, berichtete der Leitende Oberstaatsanwalt. Die Mitarbeiter werden also einiges zu schleppen und zu sortieren haben. Eine Arbeit, um die ihr Chef sie nicht beneidet.
Sichergestellte Drogen werden gut gelagert
Der Keller beherbergt auch drei Asservatenkammern, von denen zwei besonders gesichert sind. Die große Kammer ist recht geräumig. „Wir müssen auch große Asservate wie einen Rasenmähertrecker unterbringen“, erzählte Florian Eiser. In einem der gesicherten Räume werden demnächst sichergestellte Drogen gelagert. Eine eigene Lüftungsanlage soll dafür sorgen, dass die Mitarbeiter nicht unter Geruchsbelästigung leiden müssen. Die zweite gesicherte Asservatenkammer ist für Waffen vorgesehen. „Gold wird hier aber nicht gelagert“, warf Justizministerin Barbara Havliza mit einem Augenzwinkern ein.
Das unglaublich viel Technik verbaut wurde, ist an den massenhaften Kabelsträngen an der Decke und im Serverraum zu sehen. Noch gäbe es ein paar kleinere Probleme, die mit Lieferschwierigkeiten in Zusammenhang stünden, gestand Projektleiter Sebastian Braak. Aber man ist zuversichtlich, die Technik bald komplett zu haben.
In den nächsten Monaten werden Böden verlegt und Malerarbeiten im Vordergrund stehen. Bereits fertiggestellt sind die Übergänge zum „alten“ Gebäude der Staatsanwaltschaft sowie der Innenhof, der das Schmuckstück des neuen Gebäudes bildet. Auch im Außenbereich wird kräftig Erde verschoben, bevor die Gärtner und Landschaftsbauer ans Werk gehen können.
Alle(s) unter einem Dach
Behördenleiter Florian Eiser und seine Stellvertreterin Annette Hüfner fiebern dem Umzug bereits entgegen. „Die Häusertrennung hat einen großen Nachteil: Die Häuser entwickeln ein Eigenleben“, wusste der Leitende Oberstaatsanwalt zu berichten. Zu leiden hätten auch die Wachtmeister, die ständig die Akten zwischen dem Schlossplatz und der Emder Straße hin und her transportieren mussten. So ist man froh, bald alles unter einem Dach zu haben.
Auch die Justizministerin zeigte sich sehr angetan vom neuen Anbau. Über ein Thema wird in der Politik aber noch diskutiert. Da geht es um die Frage, wie die Dächer genutzt werden können. In Pilotprojekten testet das Land Niedersachen die Ausstattung mit Photovoltaik-Anlagen. Die Justizministerin hatte aber noch eine andere Idee. „Es sollte die Möglichkeit der Dachbegrünung geprüft werden. Das bietet sich hier geradezu an“, meinte Barbara Havliza.
