Wiesmoor - Die Fußballer aus den drei Wiesmoorer Sportvereinen sind begeistert. Nachdem VfB-Vorsitzender Fokko Schoon seinen Dank formuliert hatte, spendeten die fast 30 anwesenden Sportler, die die Sitzung des kommunalen Sozialausschusses verfolgt hatten, den Politikern großen Beifall. Parteiübergreifend hatten sie zuvor einem Herzensprojekt der Wiesmoorer Kicker zugestimmt: dem Bau eines Kunstrasenplatzes beim „Germania“-Stadion. Bereits vor sieben Jahren sollen die ersten Anträge vorgelegen haben, die laut Fachbereichsleiter Heiner Schoon immer wieder zurückgestellt wurden, weil keine Fördergelder flossen.
Auch jetzt ist die Situation nicht anders. Alle Seiten waren sich dennoch einig, das auf 2,4 Millionen Euro veranschlagte Projekt zeitnah in Angriff zu nehmen.
Fertigstellung Mitte ’26
Geschlossen votierten die Fachausschussmitglieder für den Neubau eines Kunstrasenplatzes (105 x 68 Meter) sowie eines parallel liegenden Naturrasenplatzes. Beide sollen im Bereich nördlich des Stadions den alten Platz ersetzen, wobei die bis zu 2,20 Meter starke Moorschicht einen kostspieligen Bodenaustausch erfordert.
Man sprach sich dafür aus, im Haushalt 2024 zunächst 100 000 Euro für Vermessung, Gutachten und Baugenehmigung bereitzustellen.
Ebenso verpflichtete man sich, im Jahr 2025 1,65 Millionen Euro für die Erschließung, Entwässerung und die Erdarbeiten sowie im darauffolgenden Jahr nochmals 680 000 Euro für die Fertigstellung des Kunstrasens und der Zaunanlagen zu veranschlagen. Schoon: „Ab August 2026 könnten die Plätze den Sportvereinen zur Verfügung stehen.“
Kredite und Fördergeber
Bürgermeister Sven Lübbers (parteilos), der die Umsetzung grundsätzlich begrüßt hatte, da 1500 Wiesmoorer in den drei Vereinen organisiert sind, ließ allerdings noch einen Vorbehalt mitbeschließen: Sollte die Stadt das Vorhaben nicht finanzieren können, müsse man neu überlegen. „In Berlin brennt die Hütte, und das könnte auch Auswirkungen auf Wiesmoor haben“, erklärte er. Die Stadt müsse den Platzbau über Kredite finanzieren; die Verwaltung suche aber weiterhin nach einem Fördergeber. Am 4. Dezember muss der Verwaltungsausschuss noch zustimmen. Für die beiden neuen Sportplätze gibt es noch einen anderen Grund: Die Stadt will den Platz am Fingerhutweg auflösen und dort ein neues Baugebiet ausweisen, was Verkaufserlöse mit sich bringt. Die Planung der Bauaktivitäten im Stadionbereich sind bereits erledigt, so stellte Diplomingenieur Uwe Richter vom Planungsbüro Richter Sportstättenkonzepte GmbH die konkreten Eckpunkte vor. Danach wird die bestehende Fläche („Ottermeerplatz“) durch die beiden punktspielgeeigneten Spielfelder ersetzt. Dazwischen ist eine kleine Tribüne vorgesehen.
Wichtig für Punktspiele
SPD-Ratsherr Helge Hanekamp betonte, dass Fußball ein Breitensport ist und die Kinder angesichts der mangelhaften Spielbedingungen gerade in der nassen Jahreszeit ihrem Hobby nicht nachgehen könnten. „Mit Glück können wir sechs Monate Fußball spielen.“ Mit einem Kunstrasenplatz erhalte man indes die Möglichkeit, die Kinder vom Sofa zu holen und ganzjährig Fußball anzubieten. Das käme auch den jährlich 15 000 Zuschauern und den Ehrenamtlichen zugute.
Auf Nachfrage von Ingo Lenz (FWW) bezifferte Uwe Richter die Lebensdauer eines Kunstrasenplatzes der aktuellen Generation auf 15 bis 18 Jahre. „Es hängt aber von der Belastung ab.“ Für die Instandhaltung müsse man jährlich bis zu 2500 Euro einplanen. Frieda Dirks (FBW) stellte den Gesundheitsaspekt des Sports und den Wert des Zusammengehörigkeitsgefühls heraus. Und „Germania“-Vorsitzender Fokko Schoon sprach beim Kunstrasenplatz angesichts von 100 Heimspielen in einer Saison von Wirtschaftsfaktor und Standortvorteil. Alle Vereine wollen das Vorhaben in ihren Möglichkeiten unterstützen.
