Aurich - Seit dem 24. Februar herrscht Krieg in der Ukraine. Und seitdem gibt es eine massive Störung der Satellitenverbindung in Europa – von der auch das Auricher Unternehmen Enercon betroffen ist. Die Fernüberwachung und -steuerung von insgesamt 5800 Windenergieanlagen ist nur eingeschränkt möglich, berichtet Unternehmenssprecher Felix Rehwald.
Anlagen können weiterhin Energie liefern
Dennoch betont Rehwald, dass sich die Anlagen weiterhin in Betrieb befinden und saubere erneuerbare Energie produzieren. „Sie laufen bis zu einer Lösung des Problems im Automatikmodus und können sich grundsätzlich autark und selbstständig regulieren.
Durch die Störung ist lediglich der Kommunikationskanal des Service zu den Anlagen beeinträchtigt. Das heißt, im Falle einer Störung kann ein Reset der Anlage nicht aus der Ferne erfolgen, dies müsste ein Service-Team direkt an der Anlage vornehmen.“ Die Netzbetreiber hätten aber weiterhin uneingeschränkt Zugriff auf die Anlagen, um deren Verhalten im Stromnetz zu steuern.
Das sagt das Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik dazu
Aber was hat der Krieg in der Ukraine damit zu tun? Zwar betont der Enercon-Sprecher, dass die genaue Ursache der Störung noch nicht bekannt sei, jedoch fielen die Kommunikationsdienste „nahezu zeitgleich mit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine aus“. In dem Zusammenhang habe man auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) informiert.
Besteht ein Zusammenhang zum Ukraine-Krieg?
Auf Nachfrage der Redaktion bestätigte das BSI, dass der Fall bekannt sei und schreibt, dass weitere Untersuchungen zur Ursache der gestörten satellitengestützten Kommunikation durch das betroffene Unternehmen im engen Austausch mit den zuständigen Behörden vorgenommen werden. Auf genauere Nachfragen der NWZ, inwiefern ein Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg besteht und ob Satelliten, die für die Kommunikation von Privatpersonen genutzt werden, ebenso ein Ziel sein könnten, ging das Bundesamt nicht ein.
Enercon sucht mit Hochdruck nach Lösung
Dennoch warnt das BSI seit vergangener Woche vor einer erhöhten Bedrohungslage und hat das Nationale IT-Krisenreaktionszentrum aktiviert. Was die Störung bei Enercon angeht, arbeite der Konzern mit Hochdruck an einer Lösung. Falls kurzfristig keine Lösung gefunden wird, so Enercon-Sprecher Felix Rehwald, sei das Unternehmen schon dabei, mittelfristige Alternativen, wie zum Beispiel eine Verbindung mittels LTE, zu überprüfen.
