Navigation überspringen
nordwest-zeitung
Abo-Angebote ePaper Newsletter App Prospekte Jobs Immo Trauer Shop

Theater Rosenstraat 13 in Marienhafe zeigt „Kohlmeyers Dochters“ Wie zwei ungleiche Schwestern Mamas letzten Willen erfüllen

Werner Jürgens
Eleganz trifft Landpomeranze: Während die aparte Lisa (Stephanie van Doorn) sich stets adrett herausputzt, steht ihre trampelige Schwester Susi (Maike Rosenboom) mehr auf Latzhose und Gummistiefel.

Eleganz trifft Landpomeranze: Während die aparte Lisa (Stephanie van Doorn) sich stets adrett herausputzt, steht ihre trampelige Schwester Susi (Maike Rosenboom) mehr auf Latzhose und Gummistiefel.

Werner Jürgens

Marienhafe - Den ersten dicken Applaus ernteten ein paar Sonnenstrahlen, die sich kurzfristig den Weg durch die dichte Wolkendecke bahnten. Ansonsten war die Premiere von „Kohlmeyers Dochters“ am Freitag auf der Freilichtbühne der Theaterwerkstatt „Rosenstraat 13“ in Marienhafe reichlich verregnet. Aber davon ließen sich weder das Publikum noch die Akteure vor wie hinter der Bühne beirren. Bühnenbild, Technik, Requisiten und Maske erwiesen sich am Freitag gegenüber den Tücken der Witterung genauso resistent wie das tapfer ausharrende Publikum, das das Ensemble am Schluss für die gelungene Inszenierung mit stehenden Ovationen beklatschte.

Ein Extra-Lob geht an den Pilsumer Posaunenchor, der für das musikalische Rahmenprogramm sorgte und dessen Mitglieder sich selbst von durch den Regen völlig zerlaufenen Notenblättern kaum aus Ruhe bringen ließen.

Alte Vorlage vom Staub befreit

Die Originalvorlage „Kohlhiesels Töchter“ ist eine Art Bauernschwank-Version von Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ und wurde mehrfach verfilmt. Am nachhaltigsten in Erinnerung, weil häufig im Fernsehen gezeigt, ist vermutlich die fünfte Kino-Verfilmung von 1962 mit Lilo Pulver in einer Doppelrolle als Liesel und Susi Kohlhiesel. Das sind durch die Bank große Namen, vor denen sich das Ensemble von der Theaterwerkstatt „Rosenstraat 13“ nicht zu verstecken braucht.

Über Das Stück

Protagonisten des Stückes sind Josef Kohlmeyer, der einen Bauernhof mit Feriengästen betreibt, und seine zwei Töchter, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Das ist auf der einen Seite die trampelige und vorlaute Susi, die jeden in ihrer Nähe terrorisiert und vergrault und auf der anderen Seite ihre elegante und aparte Schwester Lisa, die in der Stadt eine Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert. Eigentlich soll und will Lisa den Nachbarsbauern Hannes heiraten.

Es gib ein Problem: Die verstorbene Mutter hat testamentarisch verfügt, dass Susi zuerst die Haube gebracht werden muss. Ansonsten verfällt das Erbe. Hinzu kommt, dass Lisa nicht alleine zurückkehrt. Der charmante Sascha, den sie bereits aus der Hotelfachschule kennt, hat ein Auge auf sie geworfen und sich kurzerhand bei den Kohlmeyers als Kellner eingenistet. Um einen passenden Ehemann für Susi zu finden, schaltet der Vater eine Anzeige, auf die sich ausgerechnet ein Heiratsschwindler meldet, den Susi wiederum für den neuen Knecht hält. Als dann auch noch Sascha und Hannes einen Plan aushecken, um das Testament auszutricksen, nimmt das Chaos endgültig seinen Lauf.

Restkarten für die weiteren Aufführungen Vorstellungen am 21. und 22. Juni (Beginn um 20 Uhr) sowie am 23. Juni (Beginn um 18 Uhr) sind noch zu haben und können unter der folgenden Telefonnummer bestellt werden: 04934/499975.

Das Regie-Duo Lydia Schwitters und Jann Aden haben es geschafft, die Story dank behutsam eingebauter zeitgemäßer Phänomene wie Viagra, Parship oder einem Smartphone zu entstauben. Stephanie van Doorn und Maike Rosenboom verkörperten das ungleiche Schwesterpaar absolut überzeugend. Thomas Meyer als Charme-Bolzen Sascha und Niklas Baumann in der Rolle des treuherzigen Bauernburschen Hannes sowie Jann Aden als windiger Heiratsschwindler entpuppten sich als ideale Besetzung für ihre Figuren. Gleiches galt für die Nebenrollen von Katrin Rutkowski und Vera Soeken als „Östrogen-Bomben“ Jennifer und Mandy sowie Monika Reuter als hochnäsiger Feriengast. Ihre männlichen Pendants Wilhelm Reuter als geplagter Papa Kohlmeyer sowie Werner Nörtker in seiner Rolle als Pastor und Kai Buschmann als „taffer“ Polizeibeamter standen dem in nichts nach.

Artikelempfehlungen der Redaktion
Mitarbeiter der Meyer Werft protestieren für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze (Bild von Anfang Juni).

KRISE BEIM SCHIFFBAUER Meyer Werft baut Stellen ab und will Sitz nach Deutschland verlegen

Jens Tammen Redaktion Emden
Papenburg
Machten ihrem Unmut über die Anlagen am Badesee Luft: Die Frühschwimmer Gert, Kerstin und Karin.

VIEL KRITIK UND UNKLARE ZUSTÄNDIGKEITEN Besucher verärgert über „ungepflegten Zustand“ am Badesee Schortens

Oliver Braun
Schortens
So soll das neue Boarding-Hotel aussehen, das vor dem Bürgerhaus in Schortens gebaut wird. Die Grafik ist von März 2022.

NEUES HOTELPROJEKT IN FRIESLAND Erster Spatenstich für Boarding-Hotel in Schortens noch diesen Monat

Jörg Grabhorn
Schortens
Vor dem Bürgerhaus soll ein Boarding-Hotel entstehen. Das Projekt wurde erstmals vor vier Jahren angekündigt, der Baubeginn seither mehrfach verschoben.

SPATENSTICH NOCH IM JULI Nun soll der Hotel-Neubau in Schortens endlich starten

Oliver Braun
Schortens
Kommentar
Die Geschäftsführung der Meyer Werft hat sich mit Betriebsrat und IG Metall auf Eckpunkte für die Sanierung geeinigt.

ZUKUNFT DER MEYER WERFT Schmerzlich, aber alternativlos

Jörg Schürmeyer
Diese Aufnahme von Leon entstand nach Angaben der Familie kurz vor der Abreise nach Italien.

URSACHE UNKLAR 16-jähriger Bremer stirbt auf Klassenfahrt in Italien

Lisa Duncan Weser Kurier
Bremen
Symbolbild.

RETTUNGSEINSATZ IN BAD ZWISCHENAHN Todesfall an der Woldlinie

Patrick Buck
Bad Zwischenahn
Das Einschulungsfoto von Winrich Freiwald: In Oldenburg besuchte er die Grundschule Dietrichsfeld, machte sein Abitur später am Alten Gymnasium. Heute lehrt der Neurowissenschaftler an der Rockefeller University in New Yorker und bekommt jetzt den renommierten Kavli-Preis.

RENOMMIERTER KAVLI-PREIS FÜR WINRICH FREIWALD Vom Alten Gymnasium Oldenburg an die Weltspitze der Neurowissenschaft

Anja Biewald
Oldenburg
Der Oldenburger Standort des „Ahoi Steffen Henssler“ hat die Erwartungen der Franchise-Nehmer am Ende nicht erfüllt – wie auch Bremen und Osnabrück. Vor knapp zweieinhalb Jahren war im ehemaligen „Florian“ eröffnet worden (Bild).

RESTAURANT IN OLDENBURG SCHLIESST Darum gehen im „Ahoi Steffen Henssler“ bald die Lichter aus

Karsten Röhr
Oldenburg
Kolumne
Viel Lärm: Bauern-Präsident Joachim Rukwied kritisiert das neue Agrarpaket der Bundesregierung und schließt erneute Proteste nicht aus.

„DARÜBER MÜSSEN WIR NOCHMAL REDEN“ Bauern schießen über das Ziel hinaus

Luise Charlotte Bauer
Überraschend gestorben: Reality-Darsteller Falko Ochsenknecht wurde als „Ole ohne Kohle“ bei „Berlin – Tag & Nacht“ bekannt.

„OLE OHNE KOHLE“ Star aus „Berlin – Tag & Nacht“ mit 39 Jahren gestorben

Christof Bock Dpa
Berlin