Ostfriesland - Da, wo Menschen am Straßenverkehr teilnehmen, passieren Unfälle – auch tragische. Das erlebt Nils Linge, der Pressesprecher des ADAC-Weser-Ems, immer wieder. Zu Unfällen gibt es unzählige Statistiken und auch komplexe Forschungsarbeiten finden zu dem Thema statt.
Vier Faktoren, die zu Unfällen führen
Die Gründe lassen sich in den meisten Fällen auf bis zu vier Faktoren zurückführen: der Zustand der Straße, die Umgebung der Straße, der Faktor Mensch und das Fahrzeug. „Wenn an diesen Kantschrauben etwas nicht stimmt, wie zum Beispiel Schatten in der Umgebung, Schlaglöcher oder weil das Auto oder Motorrad nicht regelmäßig gewartet wurde, sind Unfälle deutlich wahrscheinlicher“, sagt Linge, betont aber: „Der größte Unsicherheitsfaktor ist immer noch der Mensch.“
So sichtbar wie möglich machen
Und dieser Faktor kann auch den meisten Schaden nehmen. Haben Autofahrer bei Unfällen noch viele Fahrzeugteile, die als Puffer dienen, sind Motorradfahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger gefährdeter. Ein Tipp von Hartmut Detmers, Sachgebietsleiter für den Bereich Verkehr in der Polizeiinspektion, lautet deshalb: „Im Straßenverkehr ist es immer gut, sichtbar zu sein. So ist es deutlich wahrscheinlicher, dass einen andere Verkehrsteilnehmer frühzeitig sehen und reagieren können.“
Dunkle Kutte nicht die sinnvollste Bekleidung
Das sei vor allem bei Motorrädern ein entscheidender Faktor: „Wenn Unfälle mit Motorrädern passieren, dann meistens, weil sie nicht oder zu spät gesehen werden. Natürlich spielt da die Umgebung mit rein, ob der Fahrer im Schatten ist, aber eben auch, ob er dunkel gekleidet ist.“ Jedoch ist nicht nur „Sichtbar sein“, sondern auch „Sicht aufnehmen“ wichtig. „Wenn ich im Straßenverkehr Augenkontakt mit anderen Menschen aufnehme, weiß ich, dass ich sie sehe und umgekehrt. Das steigert automatisch die Wachsamkeit, dass ich mir meiner Umgebung besser bewusst bin.“
100 Euro, die in die Sicherheit investiert werden
Vor allem an Motorradfahrer haben die Experten eine Bitte: sich und sein Fahrzeug nicht zu überschätzen. „Das Motorrad ist für viele ein Saisonprodukt“, sagt Detmers. Deshalb müsse nicht nur das Fahrzeug zu Beginn der Saison gecheckt werden, sondern auch der Fahrer. Der Polizeibeamte empfiehlt, bei Verkehrsverbänden Trainings zu absolvieren, um sich an sein Krad zu gewöhnen. ADAC-Sprecher LInge empfiehlt daher sogenannte Fahrsicherheitstrainings. Sie seien gut, um noch einmal von Profis gezeigt zu bekommen, wie Kurven, Ausweichen, Slalom-Fahren abläuft. „Oft wird das Bremsen falsch gemacht. Das ist klar, denn die meisten sind ja Hobbyfahrer“, so Linge. Und deshalb sieht er die 100 Euro in die eigene Sicherheit schon gut investiert. Positiv findet der Experte, dass bereits zahlreiche Menschen dieses Angebot wahrnehmen. „Für Motorradfahrende gehört es dazu, dass sie vor der Saison zum Fahrsicherheitstraining kommen, sodass die anschließend wieder an ihr Fahrzeug gewöhnt sind und durchstarten können.“
