Aurich - Soll es in der Stadt Aurich eine Regelgeschwindigkeit von 30 km/h geben? Wenn es nach der grünen Fraktion im Auricher Stadtrat geht, lautet die Antwort: ja. „Es geht unter anderem darum, dass durch die verminderte Geschwindigkeit die Verkehrssicherheit gesteigert werden kann, vor allem für Fußgänger und Radfahrer“, erklärt Reinhold Mohr von den Auricher Grünen. Weitere Vorteile seien ein besserer Lärmschutz, ein gleichmäßigerer Verkehrsfluss und eine Energieeinsparung.
Vorteile ergänzen sich gegenseitig
Bei Tempo 30 gingen die Vorteile auch oft Hand in Hand: „Vor allem im verdichteten Stadtbereichen lässt sich Sprit sparen, wenn man nicht immer auf 50 km/h beschleunigen muss, um dann einige hundert Meter später wieder bei einer Ampel abzubremsen.“ Da es zusätzlich keine abrupten Tempowechsel gebe, fließe der Verkehr als Folge flüssiger.
Um dieses Ziel politische Realität werden zu lassen, hat die Fraktion einen entsprechenden Antrag vorgelegt, der im Fachausschuss kommenden Montag diskutiert werden soll. Darin ist vermerkt, dass der Vorschlag nur für Gemeindestraßen gilt, Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sind davon ausgeschlossen. „Die müssen draußen bleiben, weil man sonst keine gesetzliche Grundlage hätte“, sagt Moor. Denn die Stadt ist nur für die Gemeindestraßen zuständig.
Sinnvoll, wenn Bundes-, Landes- und Kreisstraßen außen vor sind?
Wenn jedoch größere Straßen bei dem Vorschlag außen vor sind, was bleibt dann noch? Yasin Kilic von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr des Geschäftsbereichs Aurich sagt dazu: „Unter anderem natürlich die Gemeindestraßen, die durch viele Wohngebiete laufen. Aber auch Haupterschließungsstraßen, wie zum Beispiel der Hoheberger Weg, aber auch der Nahbereich am Pferdemarkt und die Sandhorster Allee sind Straßen, für die die Gemeinde zuständig ist.“
Nicht pauschal Tempo 30
Das bedeutet jedoch nicht, dass für all diese Straßen pauschal Tempo 30 gelten soll. Denn das Gesuch wurde spezifiziert. Nur da, wo zumindest eine Seite überwiegend bebaut ist und da, wo es sinnvoll ist. Bei einer Straße, die zum Beispiel zwei Kilometer lang ist, ist das langsamere Tempo eher ein Spritfresser. Die Unterscheidung, welche Straße geeignet ist und welche nicht, macht das Unterfangen jedoch nicht unbedingt einfacher, weiß auch Mohr. „Aurich ist keine kompakte Stadt. Man kann hier nicht einfach sagen, dass im inneren Ring nicht mehr 50 km/h gefahren werden soll und fertig.“
Bei diesen Straßen ergibt Tempo 30 Sinn
Den Antrag jedoch aufgrund der erhöhten Anforderung zu begraben, kommt nicht in Frage. Denn dann gibt es wieder Straßen, die laut Reinhold Mohr für eine einheitliche Regelung prädestiniert sind: „Ein Beispiel ist der Schoolpad. An der Schule wird 30 gefahren, weil es eine sensible Zone ist, dann kommt wieder 50 und das geht dann immer hin und her.“ Hier könnte nicht nur der Schilderwald vereinfacht werden, auch Radfahrer könnten durch langsamere Autos sicherer unterwegs sein.
Mohr und seine Fraktion sind sich sicher, dass das Thema am Montag im Ausschuss polarisieren wird. So erwartet er eine lebhafte Diskussion und hofft, dass die Verwaltung der Stadt Aurich zum Schluss damit beauftragt wird, nicht pauschal Tempo 30 umzusetzen, sondern ehrlich zu evaluieren und dort, wo es Sinn macht, auch umzusetzen.
