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Verkehrswende in Aurich Ärger über Funkstille nach Umbau von Kreuzung

Blick vom Fischteichweg auf die Julianenburger Straße. Auf der linken Seite wird es für Fußgänger und Radfahrer eng.

Blick vom Fischteichweg auf die Julianenburger Straße. Auf der linken Seite wird es für Fußgänger und Radfahrer eng.

Günther Gerhard Meyer

Aurich - Um ihren Forderungen nach einer Änderung der Verkehrsführung an der Kreuzung Kirchdorfer Straße Nachdruck zu verleihen, haben die Auricher Gruppe im Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) in Deutschland sowie der Verein Lebensqualität und Mobilität in Aurich (LuMA) einen offenen Brief an alle Ratsmitglieder geschickt. Grund ist der Umbau der Kreuzung, bei der die Belange der Fahrradfahrer und Fußgänger zu wenig Beachtung gefunden haben sollen. Der Landkreis Aurich als Auftraggeber des Umbaus hatte dagegen auf NWZ-Anfrage erklärt, dass weitere Änderungen nicht notwendig seien. Für die Behörde ist das Projekt damit abgeschlossen. „Bei der Kreuzung wurde eine ’Verkehrswende Rolle rückwärts’ erreicht. Der Kfz-Verkehr wurde komfortabler und schneller, auf Kosten der Fußgänger und Radfahrer“, sieht Herresthal hier jedoch „eine Verkehrsplanung aus dem letzten Jahrhundert“ realisiert. Ein Beispiel: Aus der Julianburger Straße gab es zuvor zwei Autospuren und eine Radspur, jetzt gebe es drei Autospuren und die Radfahrer müssten den zu schmalen Fußweg benutzen. „Auch für Fußgänger wird es eng und gefährlich“, so Herresthal. „Und die Liste der Beispiele ist lang“, erklärt der Vorsitzende.

Ärger über Funkstille seit Verkehrsbereisung

Deshalb will sich Herresthal nicht mit dem Ergebnis zufrieden geben. Das erklärte auch der Fahrradbeauftragte der Stadt, Frank Patschke, bereits. Er kann sich sogar eine Protestdemo vorstellen, um auf das Problem hinzuweisen. Beide bemängeln vor allem die Funkstille, die nach einer Verkehrsbereisung herrscht. „Dass sich in Sachen Kreuzung Bäckerei Cremer absolut nichts bewegt“, ärgert sich Herresthal das seitdem kein Dialog zwischen LuMA, der Stadt und dem Kreis ermöglicht wurde. „Deshalb haben wir jetzt einen Offenen Brief an alle Ratsmitglieder geschrieben“, so Herresthal. Die Stadt Aurich habe bereits im Vorfeld die Teilnahme eines LuMA-Vertreters bei der Begutachtung der Kreuzung Ende März die Verkehrssicherheitskommission abgelehnt. Man wolle das „behördenintern“ besprechen, hieß es. „Wir sagen: Man wollte sich nicht mit kritischen Stimmen auseinander setzen. Bisher ist es uns zudem nicht gelungen, Einsicht in das Protokoll der Verkehrssicherheitskommission zu erhalten. Solche intransparenten Vorgänge sollte es in unserer Zeit und in einer offenen Gesellschaft eigentlich nicht geben“, meint Herresthal.

Ratsmitglieder sollen aufgerüttelt werden

Während sich die Grüne Alternative Partei (GaP) bereits mit der LuMA vor Ort an der Kreuzung ein Bild machte, sollen mit dem „Offenen Brief“ auch alle anderen Ratsmitgieder aufgerüttelt werden. „Wir wollen erreichen, dass die Auricher Politik dafür Sorge trägt, dass die Verwaltung Ratsbeschlüsse wie den Masterplan Radverkehr 2030 und die Bemühungen um Klimaschutz auch umsetzt und nicht Fakten schafft, die die politischen Ziele ins Gegenteil verkehren“, so Herresthal. „Der Umbau der Kreuzung widerspricht allen Bemühungen des Rats der Stadt Aurich um die Verkehrswende und den Klimaschutz – das dürfen Sie so nicht akzeptieren“, erklärt der Vorsitzende.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
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