Wiesmoor - „Wir haben schon neue Freundschaften in Wiesmoor geschlossen“, sagt die 15-jährige Ania aus der polnischen Stadt Turek. Sie ist zusammen mit 19 Klassenkameraden von der Grundschule Nr. 5 zu Gast in der Blumenstadt. Insgesamt 42 junge Menschen aus den Städten Turek und Wiesmoor lernen sich derzeit im Rahmen einer Jugendbegegnung kennen. Sechs Tage lang stehen verschiedene Aktivitäten auf dem Programm. „Ein Höhepunkt ist der Sander-See-Lauf“, sagt Stadtjugendpfleger Jan Hofer. Er hat die Begegnung federführend mit Daniela Plaszyk von der Stadt Wiesmoor organisiert. „Beim Lauf starten elf Staffeln mit jeweils fünf Startern aus Wiesmoor und Turek. Ziel ist es aber nicht nur, sich sportlich zu betätigten, sondern die europäische Verbundenheit zu stärken“, erklärt Hofer. Auf den Sander-See-Lauf freuen sich schon Kjara und Deike aus Wiesmoor. Sie gehen in die siebte Klasse der Kooperativen Gesamtschule (KGS). „Der Lauf macht bestimmt viel Spaß“, sagt Kjara. Mit den Jugendlichen aus Turek würden sie sich überwiegend auf Englisch unterhalten. „Einige von ihnen können aber auch Deutsch“, sagt sie.

Neben den sportlichen Aktivitäten sollen die Gäste aus der Partnerstadt auch Wiesmoor und die ostfriesischen Bräuche kennenlernen. So besuchten sie bereits das Torf- und Siedlungsmuseum, um etwas über die Geschichte Wiesmoors zu lernen. Der ehemalige Bürgermeister und Lehrer Friedrich Völler erzählte in der Dorfschule des Museums etwas über den Unterricht früher. Auch eine typische Teezeremonie durfte nicht fehlen. Neben Boßeln, Schnitzeljagd und einem Ausflug ins Watt steht aber vor allem das Knüpfen von Freundschaften im Vordergrund.

Viele Wiesmoorer Vereine und Institutionen unterstützten die Begegnung tatkräftig. So stellte die Feuerwehr Zelte und Feldbetten für die Übernachtung auf dem Campingplatz zur Verfügung. Die Turngemeinschaft Wiesmoor organisierte zum Beispiel einige sportliche Aktivitäten. Bei der KGS könnten die Kinder in den Musik- und Kunstunterricht schnuppern.

Auch finanziell gab es Förderungen und Geldspenden vom Deutsch-Polnischen-Jugendwerk, vom Regionalfond der Raiffeisen-Volksbank, von der Robert-Bosch-Stiftung, dem Landkreis Aurich und der Stadt Wiesmoor. „Wir sind sehr froh über die enorme finanzielle Unterstützung“, sagte Bürgermeister Sven Lübbers. Unterm Strich mussten die jungen Menschen so nur 30 Euro für sechs Tage bezahlen.

Demnächst geht es für die Jugendlichen aus Wiesmoor auf Reisen: Am Nationalfeiertag in Polen, am 11. November, fahren sie nach Turek, die seit 20 Jahren Wiesmoors Partnerstadt ist.

Katrin von Harten-Wübbena
Katrin von Harten-Wübbena Redaktion Wittmund