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Überlegungen für neuen Standort Auricher Wochenmarkt könnte bei Events auf Pferdemarkt statt auf Rathausvorplatz umziehen

Der Schneemann wurde im Winter auf Initiative der CDU am Wochenmarkt aufgestellt - und kam bei Kindern offenbar gut an.

Der Schneemann wurde im Winter auf Initiative der CDU am Wochenmarkt aufgestellt - und kam bei Kindern offenbar gut an.

Günther Gerhard Meyer

Aurich - Soll der Auricher Wochenmarkt bei großen Events auf dem Marktplatz lieber auf den Pferdemarkt als auf den Rathausvorplatz umziehen? „Man muss für solche Überlegungen offen sein“, erklärten Gabriele Schapp (CDU) und Heidrun Weber (GfA) im Ortsrat Kernstadt. Bislang müssen Händler in der Advents- und Weihnachtszeit auf den Rathausvorplatz ausweichen. Einige Wochenmarktbeschicker würden deshalb inzwischen sogar einen Bogen um Aurich machen – denn vor allem im Winter müssten sie sechs Wochen lang mit Umsatzeinbußen rechnen, wenn sie wegen des Weihnachtsmarktes zum Rathaus umziehen müssen. Die Stadt prüft nun, wie sich die Situation verbessern lässt. Das machte Helmut Lücht, Leiter des Ordnungsamtes, im Ortsrat Kernstadt deutlich. „Wir brauchen aber verlässliche Zahlen. Ich werde das anschieben“, sagte Lücht. Vor den Sommerferien sei jedoch wegen möglicher Ausschreibungen noch keine Lösung für den nächsten Winter zu erwarten, erklärte Mirko Wento vom Bauamt dazu.

Wirtschaftsstandort Aurich leidet darunter

Hintergrund für die Betrachtung war eine neuerliche Kritik von Ratfrau Schapp, dass der Wirtschaftsstandort Aurich durch die Vernachlässigung des Wochenmarktes generell nachhaltig unter der aktuellen Situation zu leiden habe. „Wer als Kaufmann kalkulieren muss und sechs Wochen lang Einbußen hat, wird abgeschreckt“, sagte sie. Doch es ist offenbar generell schwierig, neue Beschicker für den Wochenmarkt zu finden. „Ich würde die Lücken gerne füllen, wenn ich welche hätte. Und ich habe keine Warteliste, wie viele Leute glauben“, räumte Marktmeisterin Marina Willms-Bürger ein. „Viele wollen den Job inzwischen auch gar nicht mehr machen“, sagte sie. Lücken entstünden beispielsweise vor allem im Winter, weil saisonale Anbieter wie die Blumenstände wegfallen, die immer ein bunter Hingucker sind. Aktuell seien dagegen die Spargel-Händler wieder mit ihren Ständen vor Ort.

Erste Ansätze schon gemacht

Erste Ansätze hat die Verwaltung schon gemacht: Im vergangenen Winter hatte die Stadt ein Wochenende lang für die Wochenmarkt-Kunden wiederverwendbare Jutebeutel mit dem Aurich-Logo kostenlos zur Verfügung gestellt, gefüllt mit Weihnachtsleckereien, um Kritiker mit zu besänftigen. Schapp hält den Standort am Rathaus strategisch durchaus für gut gewählt, aber die Ausstattung und eine Wegweisung vom Caro oder vom Marktplatz zum Wochenmarkt lasse noch viel Luft nach oben. Vor allem das „rubbelige Granitsteinpflaster“ wird von Schapp kritisiert. Hier sei man in Leer schon weiter, wo die Rundsteine aufgenommen und an der Oberfläche abgeflacht wurden. Dadurch würden auch andere Events am Georgswall aufgewertet. Richard Rokicki (AWG) hält das für problematisch, weil die Kosten in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro vermutlich den Nutzen übersteigen würden. „Und in der Weihnachtszeit ticken die Leute eben anders, freuen sich auf den Weihnachtsmarkt“, gab er zu bedenken. Marktbeschicker Ludwig Eilts erklärte, dass man im Winter „am Umsatz nicht so viel drehen könne“. „Wir sagen aber auch nicht: Das geht nicht“, betonte er mit Blick auf den Pferdemarkt als neuen Standort.

Wochenmarkt mit Weihnachtsflair

Geht es nach Schapp, müsste das Angebot des Wochenmarktes im Winter mindestens so verlockend sein, wie auf dem Weihnachtsmarkt, indem ein entsprechendes Flair geschaffen werde. „Versuch macht klug“, warb Schapp für ihre Idee. Rokicki kann sich „mehr Action und Animation“ ebenfalls vorstellen, und sei es nur durch eine Glühweinbude oder Weihnachtsmusik. Lücht bat die Wochenmarktbeschicker indessen darum, hier keine Alleingänge zu unternehmen, sondern sich mit der Stadt abzusprechen.

Günther Meyer
Günther Meyer Ostfriesland-Redaktion/Aurich
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