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Wunschbaum für arme Kinder in Aurich „Ich wünsche mir, dass der Krieg bald endet“


Kümmern sich bei der Deutschen Bank um den Wunschbaum: Bianca Jacobs und Elke Rammelmann. 
ggm

Kümmern sich bei der Deutschen Bank um den Wunschbaum: Bianca Jacobs und Elke Rammelmann.

ggm

Aurich - Die ersten Wunschzettel sind geschrieben, doch Heinz Kleemann von der Auricher Tafel mochte seinen Augen kaum trauen, als er die ersten 85 von insgesamt 200 Wünschen der Auricher Kinder las. „Es stehen viel weniger Spielsachen drauf“, hat er das noch nicht erlebt. Dafür würden sich die Wünsche diesmal mehr um Kleidung drehen, sagte Kleemann bei der Vorstellung der Aktion, die von der Tafel und dem Kinderschutzbund sowie den Auricher Firmen Rudnick, Baustoff-Union und der Finanzagentur Deutsche Bank von Carsten Sehring unterstützt wird. „Da haben sicher die Eltern mitgewirkt“, vermutet Kleemann.

So funktioniert der Wunschbaum

Wunschbäume stehen in der Finanzagentur Deutsche Bank in Aurich am Markt, der Firma Rudnick im Gewerbegebiet an der Leerer Landstraße und der dort ebenfalls ansässigen Baustoffunion.

Die Wunschzettel stammen von Kindern im Alter bis zehn Jahre, deren Eltern nicht soviel Geld für Weihnachtsgeschenke haben.

Wer einen Wunsch erfüllen will, kann sich einen Wunschzettel vom Wunschbaum in einem der drei Unternehmen pflücken. Dann kann der Spender den darauf verzeichneten Wunsch erfüllen, als Geschenk verpacken und dieses Geschenk in der Filiale wieder abgeben, wo der Wunschzettel herstammt.

Die Geschenke sollen bis zum 17. Dezember in den Firmen abgegeben werden. Die Auricher Tafel und der Kinderschutzbund sammeln sie anschließend ein und geben sie an die Eltern weiter, damit sie rechtzeitig unter dem Weihnachtsbaum landen.

Sie alle wollen die Weihnachtswünsche von Kindern im Alter bis zehn Jahren erfüllen, deren Eltern nicht soviel Geld haben, sagte Kleemann. „Der Trend geht zu Gutscheinen für Kleider“, macht er die Beobachtung.

Im Vorfeld ausgewählt

Im Vorfeld habe die Auricher Tafel und Auricher Kinderschutzbund entsprechende Kinder ausgewählt, damit sich deren Wunschzettel an den drei Wunschbäumen wiederfinden, die bei Rudnick, der Deutsche Bank-Finanzagentur und der Baustoff-Union stehen. Während sonst auf den Zetteln durchaus noch Wünsche wie ein FIFA-Computerspiel, ein Boxsack, ein Fußball oder eine Sporttasche aufgeschrieben wurden, hat ein Wunschzettel den Tafel-Mitarbeiter Kleemann ganz besonders berührt. „Ich wünsche mir, dass der Krieg bald enden wird“, war darauf in Kinderschrift zu lesen.

Außerdem haben die Kinder ihre Wünsche mit zu Herzen gehenden Zeichnungen versehen. „Ein paar Wunschzettel musste meine Frau sogar schon bügeln, weil die Zettel mehrfach gefaltet worden waren“, schmunzelt Kleemann. Und dann war da noch der Wunsch nach einem Kostüm, dass die russische Comicfigur Mascha trägt. „Da wird’s schon schwieriger“, sagte der Tafel-Mitarbeiter.

Große Unterstützung

Und damit Geschwisterkinder nicht leer ausgehen, nur weil sie älter als zehn Jahre alt sind, hat Ernst Kuntner, Urgestein bei der Auricher Tafel, bereits vorgesorgt. „Dann gehe ich mal eben kurz raus und sehe nach, ob ich noch etwas finde“, sagte er. Meistens sei das der Fall, schmunzelt Kuntner.

Und auch das sei abgesichert, betont er. Denn hin und wieder erhalten die Mitarbeiter der Wunschbaum-Firmen auch einen Umschlag mit Geld darin. „Da sind dann 50 Euro drin. Das lassen wir mit einfließen“, sagte Elke Rammelmann von Finanzagentur Deutsche Bank.


Die Unterstützer der Wunschbaumaktion in Aurich.
ggm

Die Unterstützer der Wunschbaumaktion in Aurich.

ggm
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