Landkreis Leer - Der Eichenprozessionsspinner mag zwar nur eine kleine Raupe sein, aber die Gefahr für Mensch und Tier, die von ihren Brennhaaren ausgeht, ist groß: Denn sie können allergische Reaktionen auslösen, die sich in juckenden und brennenden Quaddeln auf der Haut äußern, ähnlich wie bei einem Kontakt mit Brennnesseln. Werden die Härchen eingeatmet, können weitere Komplikationen entstehen. Und diese gefährliche Raupe breitet sich jetzt im Kreis Leer aus – und das stärker als im vergangenen Jahr.

Stärkere Ausbreitung als noch 2021

„Der Eichenprozessionsspinner hat sich in diesem Jahr stärker ausgebreitet als noch im Sommer 2021. Von Anfang Juni bis Ende Juli sind in mehr als 140 Fällen Nester gesichtet worden, die Zahl der betroffenen Eichen liegt bei mehr als 330“, sagte Landkreis-Pressesprecher Philipp Koenen auf Nachfrage unserer Zeitung. So gab es in diesem Sommer bereits aus neun der zwölf Landkreis-Kommunen Meldungen zu gesichteten Nestern. Und zwar aus Bunde, Weener, Rhauderfehn, Westoverledingen, Ostrhauderfehn, Hesel, Jümme, der Stadt Leer und Uplengen, teilt Koenen mit. „Dabei zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Aus dem nördlichen Kreisgebiet liegen 17 Meldungen vor, aus dem Rheiderland etwa 20. Den Schwerpunkt bildet das südliche Kreisgebiet, also das Oberledingerland, mit mehr als 100 Meldungen, an der Spitze Rhauderfehn mit über 60.“

Viele Eichen befallen

Die betroffenen Bäume stehen sowohl auf öffentlichen Flächen, zum Beispiel an Straßen oder Spazierwegen, wie auch auf Privatgrundstücken. In der Mehrzahl werden einzelne Bäume gemeldet; es sind aber auch Fälle dabei, in denen mehrere Eichen befallen sind. In der Spitze sind das bis zu 20 Bäume, so der Kreispressesprecher. Zum Vergleich: Bis 2020 gab es nur sehr vereinzelte Meldungen. 2020 gab es insgesamt 73, 2021 insgesamt 104 dokumentierte Funde. „Da die Nester oftmals nur mit einem geschulten Auge erkennbar sind und die betroffenen Bäume nicht alle an viel frequentierten Wegen oder Straßen stehen, können Bestände übersehen werden“, erklärte Koenen.

Bisherige Verbreitung

Besonders betroffen waren bisher Bunde, Weener, Westoverledingen und Rhauderfehn. Auf öffentlichen Flächen wird der Eichenprozessionsspinner durch die Städte und Gemeinden sowie den Landkreis bekämpft. Bei Privatgrundstücken muss der Eigentümer sich nach Beratung mit der Gemeinde um die Beseitigung kümmern. Bei Sichtungen sind grundsätzlich die Ordnungsämter der Städte und Gemeinden zu informieren. Der Landkreis hat Fachfirmen mit der Beseitigung der Nester beauftragt, die zumeist abgesaugt werden.