Remels - Brötchen vom Discounter? Die kommen bei Bernhard Hoppmann und seiner Frau Helga nicht auf den Teller. Hoppmann ist Handwerker – und seit einem halben Jahrhundert Bäckermeister. Der 72-Jährige aus Remels feiert im April sein goldenes Meisterjubiläum – und kann auf eine erfolgreiche Karriere als Unternehmer zurückblicken.
Zunächst zog es ihn zum Journalismus
Dabei hätte sein Berufsleben durchaus anders verlaufen können. „Als junger Mann zog es mich zunächst in Richtung Journalismus“, erinnert sich Hoppmann. Für die Lokalzeitung war er damals unterwegs und berichtete von Veranstaltungen in der Region. Nach der Schulzeit führte ihn sein Weg dann aber doch in die Backstube. Seine Eltern Karl und Tini Hoppmann, die 1947 in Holtland eine Bäckerei gegründet hatten, dürften über die Entscheidung ihres ältesten Sohnes froh gewesen sein, war doch so die Nachfolge gesichert.
Für Bernhard Hoppmann ging es aber nicht direkt in den Betrieb der Eltern. Nach dem Realschulabschluss im Jahr 1966 hat er zunächst eine Ausbildung zum Bäcker in der Bäckerei Albers in Oldenburg absolviert. Es folgten Gesellenjahre in verschiedenen Betrieben, unter anderem zog es Bernhard und Helga Hoppmann für ein Jahr nach West-Berlin. Anfang 1973 schloss sich der Besuch der Meisterschule in Hannover an. „Damals war ich ein langhaariger und wilder junger Bursche“, sagt Hoppmann. Von Hannover aus ging es für ihn dann in den Betrieb seiner Eltern in Ostfriesland, den er gemeinsam mit seiner Frau zum 1. Januar 1979 übernahm.
28 Filialen und rund 350 Mitarbeiter
In den folgenden Jahrzehnten formten Bernhard und Helga Hoppmann aus der kleinen Bäckerei in Remels ein mittelständisches Unternehmen mit heute 28 Filialen und rund 350 Mitarbeitern. Bernhard Hoppmann kümmerte sich dabei als Bäckermeister um die Produktion, Helga Hoppmann um den Verkauf und das Büro. „Das war eine spannende Zeit, in der sich viel verändert hat. Als ich anfing, gab es allein in der Bäckerinnung Leer/Rheiderland noch mehr als 80 eigenständige Bäckereien, heute sind es sechs.“ Eine davon ist die Bäckerei Hoppmann.
Das Erfolgsrezept
Bernhard Hoppmanns Erfolgsrezept ist so einfach wie herausfordernd: „Wir waren immer mutig und offen für Neuerungen. Und wir hatten viel Glück.“ Zudem sei ihm zugute gekommen, dass er schon bei seinen Eltern gelernt habe, anderen Menschen zu vertrauen. Er habe immer gut delegieren können. „Je größer wir wurden, desto weniger konnte ich ja selbst alles kontrollieren.“ Und natürlich könne man nur bestehen, wenn man exzellente Produkte, ein schönes Ambiente in den Läden und perfekten Service anbiete.
Ehrenamt
Neben seiner Tätigkeit als Unternehmer war Bernhard Hoppmann auch ehrenamtlich aktiv. So war er bis 2011 im Vorstand der Bäckerinnung Leer/Rheiderland, 30 Jahre lang Vorstandsmitglied im Uplengener Gewerbeverein, bis 2018 Aufsichtsratsvorsitzender der Bäko-Genossenschaft in Oldenburg und bis 2016 Mitglied im Aufsichtsrat der Raiffeisen-Volksbank in Aurich.
Heute lässt es der 72-Jährige gemeinsam mit seiner Frau ruhiger angehen. Beide reisen gern und teilen die Leidenschaft fürs Fotografieren. Den Familienbetrieb weiß das Paar bei seinen Kindern Jeannine und Daniel Hoppmann in guten Händen. 2012 wurde das Unternehmen an sie übergeben.
