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DRK-Rettungsdienst im Landkreis Leer zieht Bilanz Immer öfter Attacken auf Sanitäter und Notärzte

Rettungsdienst im Einsatz: Mehr als 29.000 wurden die Mitarbeiter aus dem Landkreis Leer alarmiert.

Rettungsdienst im Einsatz: Mehr als 29.000 wurden die Mitarbeiter aus dem Landkreis Leer alarmiert.

dpa

Landkreis Leer - „Wir kommen um zu helfen und werden angegriffen, das ist untragbar.“ Sven Neumann, Geschäftsführer des DRK-Rettungsdiensts im Landkreis Leer, fand klare Worte, als er jetzt im Ausschuss für Feuerschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz seinen Jahresbericht vorstellte.

Attacken nehmen deutlich zu

Dabei wurde deutlich: Seine Einsatzkräfte werden immer wieder beschimpft und körperlich attackiert. So etwa in der Silvesternacht, als einer von ihnen von hinten mit einem Schlag oder Tritt gegen den Kopf so verletzt wurde, dass er eine Woche lang nicht diensttauglich war. „Und wir müssen leider feststellen, dass das Ausmaß immer mehr zunimmt“, so Neumann. Rettungskräfte seien schon immer angegangen worden, aber das seien verbale Attacken gewesen. Nun schlage die Aggression immer öfter in körperliche Gewalt um. „Das ist ein No-Go“, so Neumann. „Unsere Gesellschaft hat sich verändert.“

Mehr als 29 000 Alarmierungen

Dennoch bleiben die 126 Mitarbeiter des DRK-Rettungsdienstes am Ball, helfen, wo ihre Hilfe benötigt wird. 29 123 Alarmierungen gingen allein im vergangenen Jahr kreisweit bei ihnen ein. Rund 2830 Notarzteinsätze wurden verzeichnet, zudem mehr als 26 000 Krankenwagen- bzw. Krankentransporteinsätze. Zahlen, die sich laut Neumann mit denen der Vorjahre decken. Gut läuft auch die Kooperation mit den Hubschrauber-Einsatzgruppen rund um den Landkreis. Ob von Bremen, Rheine oder Sande – wird Unterstützung aus der Luft angefordert, wird diese gewährt. Zum einen, wenn es um Krankentransporte von der Insel aufs Festland geht, zum anderen, wenn Menschen nach Bränden oder Verkehrsunfällen schnell in Krankenhäuser geflogen werden müssen. Darüber hinaus arbeitet das DRK auch mit der Gesellschaft zur Rettung für Schiffbrüchige zusammen: Ist ein Patiententransport per Hubschrauber aufgrund der Wetterlage von Borkum zum Festland nicht einmal mehr mit einem Bundeswehrhubschrauber möglich, erfolgt der Transport mit einem der Rettungsschiffe.

Folgen der Pandemie-Auswirkungen

78 Einsätze konnten so trotz Sturm gemeistert werden. Was die Pandemie-Auswirkungen betrifft: Sie hatte für die Retter zur Folge, dass sich die Teams meist gar nicht mehr begegnen. Teambildung im Ganzen, so wird bei den Ausführungen Neumanns deutlich, ist so schwierig.

Nicht selten werden Polizisten bedroht. Wir haben nachgefragt, wie die Lage im Landkreis Leer ist.

GEWALT GEGEN POLIZEIBEAMTE IN LEER Bedroht, verletzt, beleidigt – so viele Fälle gibt es

Sabrina Wendt
Leer

Was die Impf-Quote betrifft: Von den 126 Mitarbeitern sind 123 bereits geboostert, drei sind jedoch nicht geimpft, wobei ein Betroffener aufgrund medizinischer Gründe keinen Corona-Schutz bekommen kann.

„Auch damit müssen wir umgehen“, resümierte Neumann. Zwar führe man Gespräche mit den Ungeimpften, „aber, ich muss auch ehrlicherweise sagen, wir müssen das so akzeptieren, es gibt schließlich keine Impfpflicht.“ Doch es werde alles getan, um diese Einsatzkräfte zu schützen – und auch die Patienten. Das gesamte Team halte sich zudem an die Testpflicht.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
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