Leer - Die Bavinkstraße bleibt bis auf weiteres Bavinkstraße – wird aber mit einer zusätzlichen Texttafel oder einem Verweis per QR-Code ausgestattet, um über die Biografie Bavinks zu informieren. Soweit möglich, ergänzt die Stadt Leer dann noch den Wikipedia-Eintrag zu Bernhard Bavink um Erläuterungen zu seiner Biografie und stellt auch auf der städtischen Homepage entsprechende Informationen dar. Das beschlossen jetzt die Kommunalpolitiker im Leeraner Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, wie die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mitteilte. Damit folgten sie der Empfehlung der Stadt. Ob dem Beschluss Folge geleistet wird, bleibt aber abzuwarten, denn als nächstes muss der Verwaltungsausschuss über die Angelegenheit befinden. Somit bleibt die Bavinkstraße erst einmal vorerst Bavinkstraße.

Auslöser der Debatte um das Für und Wider der Bavinkstraße war die Veröffentlichung des Buches „Vergiftetes Denken – Allianzen der stramm national gesinnten Männer vom Kaiserreich bis zum NS-Staat“, verfasst vom früheren Leeraner Bürgermeister Wolfgang Kellner. In dem Buch wird deutlich, dass der Naturphilosoph Bernhard Bavink der Rassenpolitik und der NSDAP sehr nahe stand und Schriften veröffentlichte, die inhaltlich die Euthanasie befürworteten. Rasch kam deshalb die Frage auf: Sollte Leer an dem Namen Bavinkstraße festhalten? Das Stadtarchiv recherchierte im Auftrag der Stadt zu Bavink. Darüber hinaus informierte sich die Verwaltung, wie andere Städte mit belasteten Straßennamen umgehen. Schlussendlich entschied die Stadt, dass der Name bleiben soll, aber der geschichtliche Hintergrund für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Interessierten zugänglich gemacht werden sollte.

Die Bavinkstraße in Leer: Derzeit steht zur Diskussion, ob sie unbenannt wird oder nicht.

DEBATTE UM NAZI-SYMPATHISANT Stadt Leer will Bavinkstraße nicht umbenennen

Anuschka Kramer
Leer
Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord