Leer - „Es scheint leichte Bewegung in das Campus-Projekt an der Ubbo-Emmius-Straße in Leer zu kommen. Landrat Matthias Groote hat die Mitglieder des Kreistages zu einem Werkstattgespräch am kommenden Montag eingeladen“, teilte jetzt die CDU-Kreistagsfraktion mit. Im Mittelpunkt sollen, so die CDU weiter, hier die Historie und der Ursprungsgedanke des Campus-Geländes, der aktuelle Sachstand sowie der Ausblick auf die künftige Entwicklung stehen.
Verwaltung will Politik über Pläne informieren
„Die CDU-Kreistagsfraktion begrüßt das Werkstattgespräch und freut sich, dass die Verwaltung sich öffnet und die Politik über die Planungen informiert. In der Vergangenheit haben wir mehrmals angemahnt, dass die Entwicklung der Konzepte ohne unsere Einbindung erfolgt“, sagt die CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzende Grietje Oldigs-Nannen. Auch sollen die Kreistagsmitglieder im Werkstattgespräch die Möglichkeit bekommen, eigene Vorstellungen und Wünsche einzubringen.
Erster Immobilien-Kauf erfolgte 2013, weitere 2016
Geht es somit endlich voran auf den Grundstücken mitten in der Leeraner Innenstadt? Sicher ist, die betroffenen Häuser mit den Hausnummern 11, 13, 15 und 17 verfallen seit Jahren immer mehr, während händeringend Wohnraum gesucht wurde, vor allem auch von Studenten.
Dabei war der Kauf von Nummer 11 durch den Kreis bereits 2013 beschlossen worden, der Beschluss für den Kauf der Nummern 13, 15 und 17 erfolgte im Juni 2016. In dem Jahr entschied auch der Kreistag, das gesamte Gelände der EWE zwischen Ubbo-Emmius-Straße, Hajo-Unken-Straße und Gaswerkstraße zu kaufen und eben jenen Bildungscampus samt Studentenwohnungen zu schaffen, der jetzt am 24. April 2023 Thema ist.
Nebenbei erfolgte auch noch der Kauf der Hausnummer 7 bis 9. Während für diese Immobilien samt der Nummer 11 die Kaufverträge rasch vollzogen werden konnten, zog sich die Vertragsabwicklung für die Nummern 13, 15, 17 sowie 19 und 21 ziemlich in die Länge. Grund: eine lang andauernde Altlastensanierung, die wohl erst diesen Sommer abgeschlossen werden kann. Ist dies geschafft, gehen die Gebäude endgültig in den Besitz des Kreises über.
CDU erinnerte immer wieder an die Campus-Pläne
Angesichts der immer weiter verfallenden Häuser an der Ubbo-Emmius-Straße wurde die CDU jedoch – wie berichtet – nicht müde, immer wieder an die Campus-Pläne zu erinnern, an den politischen Beschluss und vor allem die Notwendigkeit, endlich Wohnraum für die Studenten zu schaffen. Immer wieder klagte die Fraktion, der Landkreis halte sich eben nicht an den Beschluss und habe versäumt, sich mit Nachdruck um die Umsetzung zu kümmern. Der Landkreis hielt stets dagegen, verwies auf die Altlastensanierung und auf eine Arbeitsgruppe, die bereits zwecks Abstimmung zwischen Kreis und Stadt gebildet worden sei. Schließlich wolle, so hieß es, auch die Stadt bei der Entwicklung des Filetstücks mitreden und man sei in guten Gesprächen.
Werkstattgespräch statt Arbeitskreis – CDU leicht verstimmt
Was nun wird und bei dem Werktstatttermin herauskommt, bleibt abzuwarten. Die CDU jedenfalls ist angesichts des Titels auch etwas irritiert. Hatte die Fraktion doch erst in der jüngsten Kreistagssitzung die Einrichtung eines Arbeitskreises im Kontext Bildungscampus beantragt, der keine Mehrheit fand. „Landrat Groote war federführend bei der Ablehnung unseres Antrages. Statt eines Arbeitskreises findet jetzt ein Werkstattgespräch statt. Neuer Name, gleiches Ziel“, so Oldigs-Nannen. Letztendlich sei aber nicht der Name wichtig, sondern dass endlich etwas passiere.
