Landkreis Leer - Haben Sie sich in den vergangenen Monaten immer an die Geschwindigkeitsbeschränkungen gehalten? Oder gehören Sie zu denjenigen, die gern mal Gas geben? Die Blitzer-Bilanz für den Landkreis Leer jedenfalls zeigt: Viele Auto- und Lkw-Fahrer haben im vergangenen Jahr nicht immer den Tacho im Blick gehabt. Insgesamt, so teilte die Pressestelle des Landkreises auf Nachfrage mit, gab es 6766 Verstöße. 3696 davon fielen in den Bereich der Verwarngelder, in 3070 Fällen mussten Bußgelder gezahlt werden. So kamen in Summe rund 552.000 Euro zusammen – 170.000 Euro Verwarn- und 382.000 Euro an Bußgeldern.
Erstes Halbjahr etwas weniger ergiebig
Damit wurde etwas mehr Geld eingenommen als noch im ersten Halbjahr 2022: Von Januar bis Ende Juni hatten die Raser etwas mehr als 526.000 Euro in die Kasse gespült. Macht in Summe für das gesamte Jahr etwas mehr als eine Million Euro. Allerdings ohne die Stadt Leer, denn die blitzt in Eigenregie und nimmt pro Jahr in etwa zusätzlich eine halbe Million Euro ein.
Vergleich zu Vor-Pandemie-Zeiten
Doch noch einmal zurück zum Engagement des Kreises, Raser auszubremsen: Ein Blick auf das Jahr vor Beginn der Pandemie (und damit weniger Fahrern als 2022 auf den Straßen) zeigt: im Vergleich zu 2019 sind die 1.078.000 Euro nicht ganz so viel, denn 2019 kamen sogar 1,1 Millionen zusammen.
Zwei feste Blitzer
Geblitzt wird übrigens im Landkreis, wo Raser unterwegs sind. Dafür setzt der Kreis auf mobile Blitzer, doch auch zwei fest eingerichtete Kameras gibt es – in Klostermoor (Groenewoldstraße/ 3. Südwieke) und Neudorf (Wiesmoorer Straße/ Neudorfer Straße). Die Buß- und Verwarngelder durch Geschwindigkeitsmessungen des Landkreises und der Polizei verbleiben vollständig im Kreishaushalt, die durch Geschwindigkeitsmessungen der Stadt Leer werden zur Hälfte an die Stadt abgeführt. Der Landkreis etwa verwendet das Geld für den Bau und die Unterhaltung von Kreisstraßen, aber auch Fahrsicherheitstraining oder etwa für die Anschaffung von Wildwarnreflektoren.
Wer innerorts erwischt wird
Wer nicht sicher ist, wie viel Geld er oder sie dem Kreis schuldig sein könnte, wenn der Blitzer leuchtet: Innerorts werden laut Bußgeldkatalog für eine Geschwindigkeitsübertretung von 10 km/h 30 Euro fällig, für 11 bis 15 km/h sind es 50 Euro, bei 16 bis 20 genau 70 Euro und wer schneller als 21 km/h über dem Tempo-Limit liegt, zahlt 115 Euro und erhält einen Punkt. Ab 26 km/h zu viel sind es bereits zwei Punkte, 260 Euro und ein Monat Fahrverbot, ab 41 km/h zu viel werden 400 Euro gefordert, es gibt zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot. Ab 51 km/h Innerorts müssen 560 Euro bezahlt werden, es gibt zwei Punkte und zwei Monate Fahrverbot. Mit drei Monaten ohne Führerschein müssen dann all jene klar kommen, die schneller als 61 km/h sind, sie erhalten auch zwei Punkte und müssen 700 Euro beziehungsweise bei 70 km/h über der Richtgeschwindigkeit 800 Euro bezahlen.
Wer außerorts erwischt wird
Wer außerorts, also auf Landstraßen und ähnlichen Wegen unterwegs ist, zahlt bei 10 km/h zu viel 20 Euro, bei 11 bis 15 km/h zu viel sind es 40 Euro und bei 16 bis 20 km/h zu viel 60 Euro. Einen Punkt kassiert, wer wischen 21 und 40 km/h zu schnell fährt, die Bußgelder liegen zwischen 100 und 200 Euro. Teurer wird es ab 41 km/h über dem Tempo-Limit, hier drohen gleich 320 Euro bis hin zu 700 Euro, wenn der Autofahrer mit mehr als 70 km/h zu viel unterwegs ist. Ab 26 km/h zu schnell drohen übrigens auch Fahrverbote und Punkte. Weitere Infos erhalten Interessierte auf www.bussgeldkatalog.de.
