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Familienprojekt in Ostfriesland BossHoss-Frontmann unterstützt Schwägerin bei Wagyu-Zucht

Andreas Unterberg
Julia Müller mit ihrem Schwager, The BossHoss-Frontmann Alec Völkel, vor ihren neuen Wagyu-Rindern

Julia Müller mit ihrem Schwager, The BossHoss-Frontmann Alec Völkel, vor ihren neuen Wagyu-Rindern

Privat

Meinersfehn - Ein bewussterer Umgang mit dem Fleischkonsum und dabei das Tierwohl fest im Blick. Das war und ist Stefan und Julia Müller vom Ponyhof Müller immer schon ein Anliegen gewesen. Als sich ihre Tochter Leonie vor ca. einem Jahr für den Veganismus entschied, intensivierte sich der Wunsch nach einem nachhaltigeren Fleischkonsum noch einmal mehr. „Wir essen ganz gern Fleisch von guter Qualität, da lag es für uns auf der Hand, etwas genauer hinzusehen“, so Julia Müller. Eine eigene Aufzucht war der Traum.

Richtungsweisende Begegnung

Hilfe bekam Julia Müller dabei von ihrem Schwager, dem Country-Rocker und The BossHoss-Frontmann Alec Völkel. Dieser bewies schon 2020 mit seinem Grillbuch „Rock am Grill: Die besten Grillrezepte der Kultband BossHoss“ seine Liebe zu fleischigem Genuss mit Qualitätsansprüchen. In der VOX-Kochshow „Grill den Henssler“ traf Völkel auf Deutschlands Fleischpapst Ludwig „Lucki“ Maurer, der den Promis als Koch-Coach zur Seite stand. „Big Block Steak & Hot Bones – Iron Flat mit Süßkartoffel-Smash und gegrilltem Markknochen“, kredenzte der Großstadt-Cowboy stilsicher am Grill. Das Fleisch: Ein Wagyu-Steak, das TV-Koch Christian Rach zum Schmelzen brachte und ihm die Höchstpunktzahl von 30 aus dem Gaumen kitzelte. „Als ich dann später auch mal Wagyu-Steak probieren konnte, wusste ich sofort, wenn wir in die Züchtung einsteigen, dann nur mit diesem Fleisch“, so Julia Müller.

Als Julia Müller und Alec Völkel vor einiger Zeit in Berlin zusammensaßen, wurde die Idee konkreter. Völkel kontaktierte seinen alten Koch-Coach Lucki Maurer, der auf seinem Hof im niederbayrischen Schergengrub bereits seit 15 Jahren Wagyu-Rinder züchtet und Europas erster Biobetrieb wurde. Maurer, der in der Metalband „Seasons in Black“ spielt, unterstützte seinen Musikerkollegen Völkel sofort. Drei weibliche Wagyu-Rinder fanden am 19. Dezember 2021 den Weg von Niederbayern nach Ostfriesland – die weltweit exklusivsten Nutztiere, die mit guten Papieren schonmal zwischen 15 000 und 20 000 Euro kosten können. „Mein schönstes Weihnachtsgeschenk“, freut sich Julia Müller. Alec Völkel ergänzt: „Endlich haben The BossHoss auch echte Kühe im Stall. Den passenden Soundtrack gibt es ja schon länger! Ich freue mich sehr auf dieses Familienprojekt.“

Ferien auf dem Ponyhof. Eine liebgewonnene Kindheitserinnerung, auch für die heutige Hofbesitzerin Julia Müller. „Ursprünglich komme ich aus Bochum. Wir haben immer genau auf diesem Hof Ferien gemacht und irgendwann habe ich den Sohn des Hofes dann geheiratet“, sagt Müller, die jetzt seit 20 Jahren in Meinersfehn, in der Nähe von Uplengen, lebt. Eine Geschichte wie aus einer Wendy-Zeitschrift. Julia Müller ist Züchterin durch und durch. Neben einer Hundezucht ist auch das Züchten von Ponys ein großes Thema. Ausritte, Reitunterricht für Anfänger und Profis und das alles unter den wachsamen Augen der Dromedare Hildegard und Hardi, die Höcker-Homies des Hofes. Zukünftig möchte man die Kinder auch für einen nachhaltigen und gesunden Fleischkonsum begeistern. „Vor zehn Jahren gab der Hof seine Milchkühe auf, das hatte bis dahin eine generationenübergreifende Tradition hier. Eine Alternative musste also her“, so Müller.

Gute Genetik und kein Profitgedanke

„Landwirtschaft ist ein hartes Geschäft und wir haben großen Respekt vor unseren Nachbarn, die das über viele Jahre so erfolgreich hinbekommen“, so Julia Müller. Zukünftig möchte man mit den Tieren in eine nachhaltige Zucht gehen, ohne Mast und mit dem besten Tierwohl. Geschlachtet werden zumeist männliche Wagyu-Rinder, im Alter von vier bis fünf Jahren. „Profit steht für uns aber nicht im Vordergrund. Wenn wir merken, dass wir die Tiere nicht schlachten lassen können, weil wir eine zu enge Bindung aufgebaut haben, dann werden wir auch zum Vegetarismus übergehen. Ich habe sowieso eher Spaß am Züchten“, sagt Julia Müller.

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