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Unternehmen Bruno Gelato Er ist der „Eiskönig“ aus Rhauderfehn

Andreas Unterberg
Der „Eiskönig“ Bruno Lucchetta in einer seiner Produktionshallen in Rhauderfehn

Der „Eiskönig“ Bruno Lucchetta in einer seiner Produktionshallen in Rhauderfehn

Andreas Unterberg

Rhauderfehn - Alles begann mit zehn kleinen Tischen, einer großen Portion „Amore“ und Leidenschaft für Speiseeis. Am 15. Oktober 1987 übernahm Bruno Lucchetta, gemeinsam mit seiner Frau Heidi, eine Eisdiele in Rhauderfehn. Das war die Geburtsstunde von „Bei Bruno“ und in gewisser Weise auch der Grundstein für das internationale Unternehmen „Bruno Gelato“. Zuvor war Bruno Lucchetta Angestellter in einem Eiscafé in Lüneburg.

Italo-Schweizer auf Abwegen

Die ersten zehn Jahre seines Lebens verbrachte Bruno Lucchetta in der Schweiz, seine Geburtsstadt ist Zürich. Anschließend ging es nach Norditalien – die Wiege der Eiscreme, la casa del gelato oder auch des guten Proseccos in Valdobbiadene. Zunächst sollte es für Bruno Lucchetta nach dem Studium in eine Bank gehen, doch es kam alles ganz anders. Finanziert hat er sein Studium durch Nebenjobs in der Gastronomie und Hotellerie. „Mein großer Traum war es schon immer, ein Gastronom zu sein“, sagte er. Schon früh bemerkte er die Liebe zu Speiseeis.

Planungen

Ein Grundstück von circa 10.000 Quadratmetern Fläche soll zukünftig eine weitere Halle beherbergen. Auch eine neue Zufahrt soll hier entstehen. Neue Produkte sind auch in Planung. Bruno Gelato steht kurz vor der Markteinführung eines Spaghettieises nach Originalrezept für den Einzelhandel, außerdem stehen Eistorten in verschiedenen Geschmacksrichtungen wie Eierlikör und Cookies kurz vor dem Start.

Mit 13 Jahren kreierte er sein erstes Eis

Im Keller eines Eiscafés in Jesolo, nahe Venedig, tüftelte er an ersten Eiskreationen. Unweit der Eishauptstadt Longarone kam man darum einfach nicht herum. „16 Stunden habe ich damals gearbeitet, täglich. Heute unvorstellbar“, erinnert sich Lucchetta. Bruno Lucchetta und sein Bruder Stefano, der heute die Produktion leitet, wurden früh zu Waisen.

Einmal Gastronom, immer Gastronom

Sie mussten sich allein durchschlagen, entfalteten aber einen unbändigen Überlebensdrang und Geschäftssinn. Um den Winter zu überstehen, fingen sie an, Pizza zu backen. Das Konzept funktionierte. „Wir betrieben bald Cafés in Ramsloh, Aschendorf, Leer, Wardenburg und Barßel. Über 30 Standorte bis nach Oldenburg“, so Lucchetta. Das Highlight: Brunos Gelato, das Eis. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda erkundigten sich immer mehr Menschen danach. 2001 fuhr er mit seinem Speiseeis zur internationalen Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie Internorga nach Hamburg und er begann zu expandieren.

50 000 bis 70 000 Liter Eis pro Tag

Aus der kleinen Produktionshalle wurde ab 2005 eine wahre Eisfabrik, die heute 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt. Trotz des stetigen Wachstums wurde an den Originalrezepten nichts verändert. Frische Milch und frische Früchte sowie andere Zutaten machen den Geschmack aus. Die Produktion läuft, bis auf eine kleine Winterpause von vier Wochen, das ganze Jahr auf Hochtoren. Alle fünf Stunden verlässt ein Lkw den Hof, vollgepackt mit den unterschiedlichsten Eissorten, Richtung Bremen. Von dort aus geht es in beinahe jedes europäische Land sowie China und Hongkong. Auch auf den TUI-Kreuzfahrtschiffen und im Luxushotel Stanglwirt in Kitzbühel isst man Eis aus Rhauderfehn. Bis zu 120 Sorten hat man im Angebot. Am besten gehen Vanille, Schokolade, Erdbeere und Stracciatella.

Von Ostfriesland in den Oman

Die Zeichen stehen auf Expansion. Aktuell sei man in Gesprächen mit dem Oman, Dubai und Saudi-Arabien, denn dort wird Eis gerade im Winter gegessen. Bevor das Eis aber in die Geschäfte kommt, steht es 48 Stunden in Quarantäne und wird vom Lebensmittel- und Veterinärinstitut Oldenburg (LAVES) auf Keime untersucht. „Eis ist etwas Schönes. Alle haben glänzende Augen, wenn man davon spricht. Und jeder hat eigentlich immer einen Euro für eine Kugel in der Tasche“, sagt Bruno Lucchetta.

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