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Folgen der Insolvenz Convivo-Pleite betrifft in Hesel wohl weit mehr als 70 Senioren

Die Convivo-Gruppe hat Insolvenz angemeldet. Betroffen ist auch Convivo Life – und die betreibt unter anderem das Seniorenhaus in Hesel. Was das für die Bewohner bedeutet, bleibt erst einmal abzuwarten.

Die Convivo-Gruppe hat Insolvenz angemeldet. Betroffen ist auch Convivo Life – und die betreibt unter anderem das Seniorenhaus in Hesel. Was das für die Bewohner bedeutet, bleibt erst einmal abzuwarten.

dpa-Symbolbild

Hesel/Leer - Die Bremer Convivo-Gruppe hat Insolvenz beantragt – und stellt damit die Bewohner eines Seniorenhauses in der Samtgemeinde Hesel vor eine ungewisse Zukunft. Grund: Das Seniorenhaus in Hesel gehört zur Gruppe Convivo Life. Und Convivo Life, so berichtete die Wirtschaftswoche am Dienstag aus der Gerichtsveröffentlichung, gehört zu jenen, über die nun Insolvenzverwalter zu entscheiden haben. Nachfragen bei der Convivo-Gruppe in Bremen verliefen ergebnislos. Weder die Pressestelle noch die Geschäftsführung waren für eine Stellungnahme im Fall Hesel erreichbar und reagierten auch nicht auf Anfragen per Mail.

18 Plätze für Demenzkranke

77 Bewohner können in dem Haus in Hesel am Waldrand wohnen, so geht es aus der Werbung auf der „Convivo Life“-Website hervor. Zudem sind 15 Wohnungen für Ehepaare und alleinstehende Menschen angegliedert, die jeweils über zwei Zimmer plus Küche, Bad, Terrasse verfügen. Die Einrichtung hält auch 18 Plätze für Menschen mit Demenz bereit, Plätze, die im gesamten Kreis Leer Mangelware sind.

Stark im Nordwesten: Zu den zahlreichen Häusern des Pflegeheimbetreibers gehört der 2015 eröffnete Wohnpark Hoykenkamp, den die Gruppe Convivo führt.

SORGE UM HEIME IN REGION Pflege-Konzern Convivo beantragt Insolvenz

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Bremen

Samtgemeinde-Bürgermeister geschockt

Samtgemeindebürgermeister Uwe Themann zeigte sich angesichts der Insolvenz-Nachricht und den möglichen Folgen für die Bewohner erst einmal sehr geschockt. War das Haus doch vor gar nicht langer Zeit erst von Convivo übernommen worden. Damals, 2018, musste der damalige Betreiber, die Evangelisch-Lutherischen Altenheim gGmbH, Insolvenz anmelden. Mit der Convivo-Gruppe konnte dann rasch ein neuer Investor gefunden werden.

„Es ist sehr traurig, so etwas zu erleben und macht auch deutlich, in welcher schwierigen Situation die Betreiber sind, einmal wirtschaftlich klar zu kommen und dann insbesondere den Bewohnern für die letzte Phase des Lebens eine gute Betreuung bieten zu können“, führte Themann weiter aus. Und er betonte und beklagte: „Es geht hier um Menschen, nicht um eine Wirtschaftsware.“

Hoffnung auf schnellen Nachfolger

Als Betreiber einspringen kann die Samtgemeinde nicht. Ob sich ein anderer Anbieter auf dem Markt findet, bleibt erst einmal abzuwarten. Vor Ort gibt es seit kurzem noch den Pflegebutler mit einem Angebot für Betreutes Wohnen und Tagespflege, zudem wird in der Gemeinde noch ein gerontopsychiatrisches Spezialheim mit angeschlossener Tagesklinik betrieben. Nicht genügend Platz für all die Menschen aus dem Convivo-Seniorenhaus. Uwe Thelman hofft, dass die Betroffenen erst einmal dort wohnen bleiben können, bis eine Nachfolgeregelung getroffen ist, ähnlich wie es damals 2018 der Fall war. „Alles andere wäre unrealistisch und den Bewohnern nicht zuzumuten.“

In Leer wird weiter gebaut

In Leer sind derweil noch keine Senioren betroffen, allerdings wollte in nicht zu weiter Zukunft in der Ledastadt die Convivo einen Wohnpark eröffnen. Das entsprechende Gebäude wird von der Firma Kathmann-Projekte aus Bremen errichtet. „Der Bau geht weiter“, sagte Svenja Lülker, Projektentwicklerin bei Kathmann-Projekte, auf Nachfrage. Ob die Convivo dann auch als Mieter auftreten wird, ist aber unklar. Weitere Informationen konnte sie nicht geben.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
Maike Hoffmeier
Maike Hoffmeier Ostfriesland-Redaktion/Leer
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