Landkreis Leer - Zwölf Tote innerhalb einer Woche? Wer die Corona-Zahlen auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts verfolgt, der wird wohl an diesem Montag mehr als überrascht gewesen sein. Lagen die Zahlen am 7. Januar, dem Tag, an dem die NWZ zuletzt einen Zwischenstand gemeldet hatte, noch bei 185, waren es nun offiziell 197. Am Dienstag waren es sogar 198, wie Jens Gerdes von der Pressestelle des Kreises zu berichten wusste. Denn die Aktualisierung des sogenannten Dashboards erfolgt etwas verzögert.

Verzögerungen bei der Meldung der Corona-Toten sind es auch, auf denen der plötzliche Anstieg um zwölf Verstorbene basiert. Auf Nachfrage erläuterte Gerdes, dass aufgrund von Feiertagen, Urlaub und Krankheit einige Todesfälle erst später gemeldet und damit auch erst verspätet als offiziell am Virus verstorben auf dem Dashboard registriert werden konnten.

Das ändert zwar nichts an der Tatsache, dass weitere Menschen der Virusinfektion erlagen, erklärt aber den sprunghaften Anstieg innerhalb weniger Tage. Die beiden jüngsten Todesfälle datieren von Donnerstag und am Freitag, Fall 197 und eben jener, heute noch nicht erfasste Fall 198.

Ein weiterer Blick auf die Seite des Robert-Koch-Instituts zeigt übrigens, dass der Kreis Leer ansonsten mit 85,3 die geringste Inzidenz in ganz Niedersachsen aufweist. Ob Emden (88,8), der Kreis Aurich (125,0), das Ammerland (176,3), der Kreis Cloppenburg (139,1) oder auch das Emsland (143,0): Alle angrenzenden Nachbarn haben eine weitaus höherer Inzidenz.

Eine medizinische Mitarbeiterin pflegt eine Person mit Covid-19-Erkrankung. Der Aufwand, den Krankenhäuser in Deutschland für die Behandlung eines Patienten mit dem Coronavirus betreiben müssen, bleibt trotz Endemie gleich. (Symbolbild)

KLINIKEN IN OSTFRIESLAND Warum das Ende der Corona-Auflagen hier keine Erleichterung bringt

Annika Schmidt
Ostfriesland
Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord