Ostfriesland/Nordwesten - Der Oktober ähnelte stark dem Monat Mai: Die Temperaturen waren so warm, dass sie teilweise zum T-Shirt tragen einluden und der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einem „Oktober mit Rekordpotenzial“, denn die Durchscnittstemperatur lag bei sage und schreibe 12,5 Grad Celsius – und das im Herbst. Hat sich das auf den Gasverbrauch ausgewirkt? Ja, sagen EWE und Stadtwerke Norden. Doch sie machen nicht allein das Wetter dafür verantwortlich.
Das sagen die Stadtwerke Norden
„Der Gasverbrauch im Oktober ist zurückgegangen, und zwar um 25 Prozent im Vergleich zu den Vorjahren“, erläuterte Thorsten Schlamann, Diplom-Wirtschaftsjurist und kaufmännischer Geschäftsführer bei den Stadtwerken Norden, auf Nachfrage unserer Redaktion. Jedoch sieht Schlamann nicht nur die warmen Temperaturen als Grund für das Sinken des Verbrauchs, sondern er vermutet, dass sich viele Menschen tatsächlich an die Sparvorgaben der Bundesregierung halten.
„Ich denke, dass wir gut durch den Winter kommen werden. Spannend wird allerdings, wie es im Winter 2023/2024 weitergeht“, so der kaufmännische Geschäftsführer, der außerdem erklärte, dass die Stadtwerke Norden über keinen eigenen Gasspeicher verfügen, sondern auf ein Gasnetz zurückgreifen. Dieses sei aber gut gefüllt. Aktuell beliefern die Stadtwerke 8500 Hausanschlüsse mit Gas.
Das sagt die EWE
Die EWE aus Oldenburg berichtet ähnliches: Wie Dietmar Bücker, zuständig für die Konzernkommunikation, auf Nachfrage sagte, konnte das Unternehmen im Oktober im Vergleich zum langjährigen Mittel um die circa 20 Prozent an Gas einsparen. „Ursache dafür sind im Wesentlichen die milden Temperaturen in diesem Oktober.“ Das Unternehmen versorgt insgesamt rund 700.000 Kunden mit Erdgas, sowohl in Ostfriesland, als auch im weiteren Gebiet Ems-Weser-Elbe, in Brandenburg/Rügen und in Teilen Polens. Für die Heizperiode 2022/2023 sieht sich die EWE gut gerüstet: „Die Erdgasspeicher von EWE sind bereits zu 100 Prozent gefüllt, alle Kundinnen und Kunden werden aktuell trotz weggefallener russischer Gasmengen wie gewohnt versorgt“, erklärte Bücker. Ferner sagte er, dass das Einsparen von Energie oberstes Gebot sei, um einer Mangellage vorzubeugen. Sein Unternehmen würde aber bereits seit dem Sommer in Form von Imformationskampagnen immer wieder dazu aufrufen.
Und wie schätzt er die Versorgungssicherheit für den Winter 2023/2024 ein? Das sei schwer, so Bücker. „Diese hängt unter anderem davon ab, wie kalt und lang der aktuelle Winter sein wird und wie voll oder leer die Erdgasspeicher in Deutschland im Frühjahr sein werden. Es muss zudem angenommen werden, dass weiterhin russische Mengen fehlen.“ Generell würde aber das Gas, das jetzt eingeparrt wird, im nächsten Winter wieder zur Verfügung stehen.
Wittmund und Emden
Mira Sturm, Vertriebsleiterin bei der Energiegenossenschaft Wittmund, konnte auf Nachfrage unserer Redaktion noch keine Angaben zum Gasvebrauch im vergangenen Monat machen. Die Stadtwerke Emden haben auf eine Äußerung verzichtet.
