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Friesenbrücke in Weener Ende 2024 soll der erste Zug wieder rollen

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Nils Thorweger
Die alte Friesenbrücke war bei einem Unfall im Dezember 2015 zerstört worden. Sie wurde in den vergangenen Monaten abgerissen.

Die alte Friesenbrücke war bei einem Unfall im Dezember 2015 zerstört worden. Sie wurde in den vergangenen Monaten abgerissen.

Nils Thorweger

Weener/Westoverledingen - Die Baustelle Friesenbrücke – sie wirkt wie eine unendliche Geschichte, aber das Projekt schreitet weiter voran. Am Zeitplan der Bahn wird nicht gerüttelt, zum Fahrplanwechsel 2024/2025 sollen die ersten Züge wieder rollen. Das bekräftige die Pressestelle am Dienstag und erklärte, Neuigkeiten, gar schlechte Nachrichten in Sachen Friesenbrückenbau, gibt es aktuell nicht. Alles läuft nach Plan.

Millionen vom Bund

Doch der Reihe nach: Gerade erst hat der Bund – wie berichtet – beschlossen, sich an den stark gestiegenen Kosten für den Bau der Friesenbrücke über die Ems zu beteiligen. Sprich: Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages genehmigte die Finanzierung in seiner jüngsten Sitzung. Demnach fließen im kommenden Jahr 48,56 Millionen Euro. Der Haushalt 2024 soll weitere 32,6 Millionen Euro ausweisen. Insgesamt zahlt der Bund also rund 81 Millionen Euro aus Steuermitteln für die neue Brücke. Auch das Land Niedersachsen beteiligt sich an den Baukosten. „Damit ist der Brückenneubau finanziert, die nervtötende Zeit des Wartens hat ein Ende“, teilte dazu die SPD-Bundestagsabgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk aus Uplengen mit.

Preisentwicklung von 48 zu 200 Millionen Euro

Erst im Sommer hatte die Bahn mitgeteilt, dass sich der Neubau der Friesenbrücke auf 200 Millionen Euro verteuern wird. Bis dahin waren die Planer von Kosten in Höhe von 125 Millionen Euro ausgegangen. Als Grund für die Preissteigerung von 60 Prozent gab das Unternehmen gestiegene Material- und Personalkosten an. Das war allerdings nicht die erste Preissteigerung. Ursprünglich sollte die neue Brücke mal 48 Millionen Euro kosten, 96 Millionen, später 125 Millionen Euro – und nun besagte 200 Millionen Euro. Die erste Idee, die Brücke zu reparieren, war damals noch mit 30 Millionen beziffert worden. Wie sich die Kalkulation weiterentwickelt, bleibt nun abzuwarten.

Verbindung zwischen Hilkenborg und Weener

Doch mit der durch den Bund gesicherten Finanzierung kann an der Ems nun weiter gebaut werden. Ende 2024 soll die Verbindung zwischen Hilkenborg in der Gemeinde Westoverledingen und Weener im Rheiderland fertig sein – und damit die größte Hub-Dreh-Brücke Europas.

Kritik vom Bund der Steuerzahler

Kritik am Bauprojekt kommt vom niedersächsischen Bund der Steuerzahler. Dieser hatte angesichts der Mehrkosten bereits im Sommer gefordert, die Planungen zu überdenken. Die explodierenden Baukosten seien dem Steuerzahler nicht zu vermitteln. Im Jahr 2016 habe die Bahn noch einen 1:1-Ersatzbau für die zerstörte Brücke geplant. Land, Kommunen und eine Werft hätten dann jedoch auf den Bau als Drehbrücke mit einer größeren Durchfahrtsbreite gedrängt. Dieser wurde 2017 beschlossen. Nach NDR-Informationen prüft zudem der Bundesrechnungshof die hohen Kosten für die Friesenbrücke.

Der Brücken-Neubau

Der Neubau der Friesenbrücke beziehungsweise die Abrissarbeiten der alten, 2015 bei einem Unfall mit einem Frachtschiff zerstörten Brücke, begannen im Sommer 2021. Das 337 Meter lange neue Bauwerk bekommt auf 145 Metern ein bewegliches Mittelteil mit einem Drehpfeiler auf der Ihrhover Seite, um die Fahrrinne freizuhalten. „Das 1800 Tonnen schwere Element lässt sich digital steuern und in wenigen Minuten um 90 Grad drehen. Seeschiffe oder Binnenschiffe mit hohem Aufbau erhalten durch diese Drehung eine ausreichende Durchfahrtsbreite; ein ergänzendes Leitwerk im Wasser sorgt für maximale Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden“, so die Pressestelle der Bahn. Auf der Friesenbrücke entsteht außerdem ein zweieinhalb Meter breiter Fuß- und Radweg.

Die Fahrzeit der sogenannten Wunderline verkürzt sich für Reisende ab Ende 2024 dann zwischen dem niederländischen Groningen und Bremen künftig auf weniger als zweieinhalb Stunden.

Mit dem Haftpflichtversicherer des Reeders, zu dem der Unfallverursacher gehörte, hatte sich die Bahn im Jahr 2016 über einen Schadenersatz von 3,6 Millionen Euro geeinigt. Der Grund für die Summe war in der sogenannten Seehaftungsbeschränkung begründet.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
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