Weener/Westoverledingen - Der Neubau der Friesenbrücke über die Ems zwischen dem Dorf Hilkenborg aufseiten der Gemeinde Westoverledingen und Weener im Rheiderland ist ein Mammutprojekt. Nach Bahnangaben soll hier nun die größte Hub-Dreh-Brücke Europas entstehen. In den vergangenen Monaten ist auf der Baustelle schon einiges erledigt worden – vor dem Projektteam liegt bis Ende kommenden Jahres aber noch viel Arbeit.
Was ist bislang auf der Baustelle passiert ?
Der Abriss der zerstörten alten Brücke begann im Sommer 2021. Mit dem Neubau wurde im November 2022 gestartet. Nach Angaben der Bahn laufen die Arbeiten nach Plan. Zwischenzeitlich konnten die ersten sechs Tragrohre für die künftige Zufahrtsbrücke zum Drehpfeiler eingebaut werden. Auch die Bohrungen für die spätere Baugrube im Bereich des Drehpfeilers sind laut DB Netz AG abgeschlossen. Laut Bahn sind zudem bereits 70 Prozent der benötigten Spundwände im Papenburger Hafen eingetroffen. Auch die vorbereitenden Arbeiten zum Errichten der Netzstation und des zukünftigen elektronischen Stellwerks sind abgeschlossen.
Wie sehen die nächsten Schritte aus ?
Nach Angaben der Bahn ist geplant, fortlaufend die Spundwände für die Baugruben im Deichvorland und im Flussbereich einzubauen.
Die Gründungsarbeiten für die Pfeiler im Deichvorland sollen im April begonnen werden. Nach den Plänen der Bahn soll die neue Friesenbrücke spätestens Ende 2024 eröffnet werden.
Warum muss überhaupt eine neue Brücke gebaut werden ?
Die fast 100 Jahre alte Klappbrücke über die Ems war im Dezember 2015 bei einem Unfall durch ein Frachtschiff so schwer beschädigt worden, dass sie abgerissen werden musste. Seitdem ist die Bahnstrecke zwischen Leer und Groningen unterbrochen. Es werden Ersatzbusse eingesetzt. Die Menschen aus den Dörfern an der Ems müssen Umwege in Kauf nehmen, um den Fluss zu überqueren.
Wie soll der Neubau aussehen ?
Die neue Friesenbrücke wird als Hub-Dreh-Brücke errichtet. Insgesamt ist sie 337 Meter lang. Das Bauwerk wird mit einem 145 Meter langen, beweglichen Brückenteil ausgestattet. Dies lässt sich über einen Drehpfeiler innerhalb weniger Minuten für große Schiffe öffnen. Die neue Brücke wird auch mit einem Fuß- und Radweg ausgestattet.
Was kostet der Neubau ?
Der Neubau der Friesenbrücke ist in den vergangenen Jahren immer teurer geworden. Erst im Sommer 2022 hatte die Bahn mitgeteilt, dass sich der Neubau auf 200 Millionen Euro verteuern wird. Bis dahin waren 125 Millionen Euro veranschlagt. Die Kosten teilen sich Bund und Land.
Rückblick auf Dezember 2015: Ein Schwimmkran nähert sich der bei einer Kollision beschädigten Friesenbrücke. Der Kran soll den Mittelteil der völlig zerstörten Eisenbahnbrücke herausheben.
Lars Klemmer/dpa
Brückenexperten und Mitglieder der Wasserschutzpolizei begutachteten am 4. Dezember 2015 bei Weener die bei einer Kollision mit einem Frachter zerstörte Friesenbrücke über die Ems.
Lars Klemmer/dpa
Die Visualisierungen zeigen, wie die neue Friesenbrücke aussehen wird.
ARGE Friesenbrücke/DB)
Die Visualisierungen zeigen, wie die neue Friesenbrücke aussehen wird.
ARGE Friesenbrücke/DB)
Rückblick auf den 3. Dezember 2015: Ein verunglückter Frachter steckt auf der Ems in der Friesenbrücke bei Weener.
Lars Klemmer/dpa
