Hunderte Fundtiere müssen Jahr für Jahr im Landkreis Leer aufgenommen und versorgt werden. Die Bilanz für 2021 zeigt: Ohne das Engagement der kleinen Tierschutzvereine könnte die Flut dieser Fundtiere, bei denen es sich überwiegend um Katzen handelt, überhaupt nicht gestemmt werden. Dass diese Vereine dann aber auf ihren Kosten sitzen bleiben und nur, weil sie kein offizieller Vertragspartner der Kommunen sind, noch nicht mal die Auslagen für Tierarzt und Futter erstattet bekommen, ist nicht fair. Im Grunde setzt man ihnen, überspitzt betrachtet, die Pistole auf die Brust: Haltet das Leid der Tiere aus, schickt die Menschen mit Fundtieren einfach weg, sollen sie doch in die Tierheime oder ins Fundbüro gehen – oder zahlt halt drauf, wenn ihr so tierlieb seid.

Jahr für Jahr werden zahlreiche Fundtiere im Landkreis Leer aufgelesen und an Tierschutzvereine übergeben.

HUNDERTE FUNDTIERE PRO JAHR Fehlt im Landkreis Leer ein Tierschutz-Zentrum?

Anuschka Kramer
Landkreis Leer

Doch was wäre die Lösung? Ein Tierschutzzentrum, eine Vergrößerung der Tierheime oder ein neues Zuschusssystem? Die Kreis-Gruppe SPD/Grüne/Linke hat das Thema jetzt in die politische Diskussion gebracht. Nach einer ersten Bilanz und einer kurzen Debatte im Ausschuss sollte das Problem aber nicht ad acta gelegt werden. Natürlich sind die Ausgaben für Kreis und Kommunen immens, natürlich sind die Einnahmen nicht endlos und es ist schwierig, allen gerecht zu werden und am Ende des Jahres ausgeglichene Haushalte zu präsentieren. Aber im Jahr 2022 sollten in einem Land wie Deutschland nun wirklich Lösungen möglich sein, die fair sind.