Landkreis Leer - Die Entscheidung ist gefallen: Der Landkreis Leer investiert 20.000 Euro, um die Müllwagen des Abfallwirtschaftsbetriebs mit Ortsgeräten ausstatten zu lassen, um Funklöcher im Handynetz aufzuspüren. Das beschloss der zuständige Ausschuss für Wirtschaft, Handwerk, Tourismus und Digitalisierung einstimmig.
Zwar zeigten sich die Kommunalpolitiker nicht glücklich darüber, dass die drei großen Anbieter der O2-, Telekom- und Vodafone-Netze sich nicht selbst kümmern oder der Bund nachsteuert, aber schlussendlich, so wurde deutlich, sollten die Einwohner nicht mit dem Problem allein gelassen werden. Darüber hinaus sollen auch die Touristen im Landkreis ein gutes Netz vorfinden, schließlich gehört der Tourismus zu einem wichtigen Wirtschaftszweig in der Region. Und so wird nun investiert, um dann sich dann mit den so ermittelten Daten direkt an die Anbieter wenden und Nachbesserungen einfordern zu können.
Die für die Datensammlung erforderliche Messboxen sind in der Handhabung recht einfach. Sie werden über die Zigarettenanzünder mit Energie versorgt, auf dem Armaturenbrett der Müllfahrzeuge abgelegt und ermitteln dann vollautomatisiert die Netzqualität durch integrierte SIM-Karten der Provider. Zur Lokalisierung der Messdaten und somit der Funklöcher bei einzelnen Netzbetreibern ist eine dauerhafte Ortung per GPS möglich. Durch die Nutzung der Müllfahrzeuge ist all das ohne zusätzlichen Aufwand und CO2-Belastung durch externe Messfahrzeuge möglich. Ob die Einwohner gleichzeitig ebenfalls aufgerufen werden, dem Landkreis ermittelte Funklöcher zu melden, wird noch geprüft.
