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Gasumstellung in Ostfriesland So haben Trickbetrüger an der Haustür keine Chance

Sicherheitscheck: Auf den Briefen der EWE, die per Einschreiben geschickt werden, ist eine Nummer vermerkt. Bevor der Monteur ins Haus gelassen wird, sollte sie abgeglichen werden.

Sicherheitscheck: Auf den Briefen der EWE, die per Einschreiben geschickt werden, ist eine Nummer vermerkt. Bevor der Monteur ins Haus gelassen wird, sollte sie abgeglichen werden.

EWE

Ostfriesland - Eine Regel sollten all jene Ostfriesen beherzigen, die demnächst in Sachen Gas-Umstellung Besuch von EWE-Mitarbeitern bekommen: Egal, wie charmant, freundlich und sympathisch der Installateur auf Sie wirkt – kann er Ihnen nicht Ihre geheime EWE-Pin zur Gasumstellung nennen, hat er nichts in Ihrem Haus zu suchen. Das machte jetzt EWE-Pressesprecher Jens Witthus bei einem Pressegespräch deutlich. Gemeinsam mit der Polizei hat der Energieversorger, der für die Gasumstellung in der Region verantwortlich ist, einen Schlachtplan entwickelt, damit die Betrüger das Mammutprojekt nicht für ihre Zwecke nutzen können. Denn gerade Trickbetrüger könnten die angekündigten Besuche von Monteuren nutzen, um sich Zutritt zu den Häusern zu verschaffen.

Was hat es mit der Gasumstellung auf sich ?

Seit langem, weit vor dem Ukraine-Krieg, ist aufgrund von Lieferveränderungen eine Umstellung von L- auf H–Gas geplant. Dafür müssen bestehende Heizungen mit einer kleinen Düse umgerüstet werden. In Ostfriesland übernimmt das in großen Teilen die EWE – und zwar ab dem Jahr 2023. Bis 2027 soll die Umstellung in den Landkreisen Wittmund, Aurich und Leer vollzogen sein. Bedeutet: Die von der EWE beauftragten Service-Techniker planen rund 383.000 Hausbesuche in den Landkreis-Kommunen. Dabei ist es egal, ob der Haushalt EWE-Kunde ist oder nicht. Die EWE übernimmt den Auftrag für alle. Einzig in Emden und Norden sind die örtlichen Stadtwerke für die Umrüstung verantwortlich.

Was kommt denn nun auf mich zu ?

Es wird zwei Hausbesuche von EWE-Monteuren geben. Wichtig zu wissen: Die Besuche werden per Einschreiben angekündigt. In dem Schreiben ist eine spezielle Kundennummer notiert, die auch der EWE bekannt ist. Nur wenn der Installateur eben jene Kundennummer nennen kann, sollte ihm Zutritt gewährt werden. Ist ihm dies nicht möglich, besteht die Gefahr, dass an der Haustür ein Trickbetrüger steht, getarnt als Monteure, mahnen EWE und Polizei.

In diesem Gebiet ist die EWE mit der Umstellung von L- auf H-Gas betraut. Im Herzen von Ostfriesland beginnt die Umstellung sogar recht früh.  Foto: EWE

In diesem Gebiet ist die EWE mit der Umstellung von L- auf H-Gas betraut. Im Herzen von Ostfriesland beginnt die Umstellung sogar recht früh. Foto: EWE

Was mache ich in einem solchen Fall ?

Die Tür sollte geschlossen und die Polizei verständigt werden. Gerade älteren Ostfriesen wird empfohlen, sich zum angekündigten Termin der Monteure Unterstützung zu holen, wenn sie unsicher sind. Nachbarn, Freunde und Bekannte helfen sicher gern. Wenn eigentlich alles den Anschein hat, dass der Monteur wirklich von der EWE ist, aber dennoch Unsicherheit vorherrscht, kann auch die EWE unter 0800/6780000 kontaktiert oder die Polizei gebeten werden, eine Streife vorbei zu schicken.

Infos rund um die Gasumstellung

Das bisher verwendete L-Gas hat einen geringeren Methangehalt und damit einen geringeren Brennwert beziehungsweise Energiegehalt als H-Gas (High calorific gas) und stammt für die ostfriesischen Verbraucher aus niederländischen Vorkommen. Der Import wird zum 1. Oktober 2029 gestoppt. Als Ersatz gibt es H-Gas aus anderen Ländern. Möglich ist nach der Umrüstung der Heizungen aber auch ein Verbrauch von LNG. Weitere Informationen unter www.bundesnetzagentur.de.

Wer vorab in Erfahrung bringen möchte, wann die eigene Heizung umgerüstet wird, kann dies online auf der Website der EWE nachschauen. Ostfriesland wurde für die Umrüstung in verschiedene Bezirke eingeteilt, die sich an dem bestehenden Leitungsnetz orientieren, nicht an Kreis- oder Gemeindegrenzen. Deshalb kann es sogar vorkommen, dass ein Straßenzug bereits dran ist, während die Hausbesitzer eine Straße weiter noch sechs Monate warten müssen.

Umgestellt werden Heizungen, aber auch Gasthermen, Gasherde, Brennwert- oder andere Heizkessel sowie Gasöfen oder -kamine. Beim ersten Termin gibt es eine erste Sicherheitsprüfung, später dann die H-Gas-Anpassung und eine weitere Sicherheitsprüfung, ähnlich einer Abgasuntersuchung beim Auto.

Wer die Gas-Umstellung generell ablehnt, kommt nicht weit. Es gibt keine Alternative. Auch darüber informiert die Bundesnetzagentur auf ihrer Website.

Worauf sollte ich sonst noch achten ?

Alle Mitarbeiter tragen Dienstkleidung und haben einen Ausweis. Und: Sie würden niemals den Hausbesitzer drängen, ihn hineinzulassen, etwa, weil es sonst Ärger mit dem Chef geben könnte oder mit ähnlichen Ausreden. Darüber hinaus fragen Monteure nie nach persönlichen Unterlagen oder gar Wertgegenständen und sie legen keine zu unterzeichnenden Verträge vor.

Was kosten mich die Besuche ?

Direkte Kosten entstehen nicht. Die EWE Netz versendet weder für die Service-Besuche noch für das Material Rechnungen. Und die Gasmonteure verlangen vor Ort niemals Geld von Kunden.

Eine Ausnahme gibt es bei den Service-Besuchen aber: Falls die Monteure vor Ort feststellen, dass ein Gerät eine Reparatur braucht oder gewartet werden muss, beauftragt der Eigentümer dafür wie gewohnt einen Fachbetrieb seiner Wahl und bezahlt ihn.

Wann startet das Projekt ?

Es ist bereits gestartet, und zwar im Landkreis Leer in den Gemeinden Uplengen und Jümme, danach geht es in ganz Ostfriesland weiter.

Ich wohne in Norden – wann wird bei mir umgerüstet? ?

„Uns wurde von unserem vorgelagerten Netzbetreiber, der EWE Netz GmbH, als Schaltzeitpunkt für die Umstellung von L auf H-Gas der 25. Mai 2027 mitgeteilt. Um den Umstellungsprozess reibungslos durchführen zu können, werden wir spätestens 24 Monate vor diesem Schaltzeitpunkt mit den Erhebungen, also mit der Aufnahme der Gasgeräte bei dem jeweiligen Netzanschluss, beginnen“, teilte Wolfgang Völz, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Norden, auf Nachfrage mit. „Konkret würden wir also spätestens im Mai 2025 die Erhebungen beginnen.“ Unklar ist noch, wie die Stadtwerke Emden planen.

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Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord
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