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Hochwasser-Welle erwartet Deichwächter und Feuerwehren an Leda und Jümme sind noch in Alarmbereitschaft

Tausende Sandsäcke haben die Einsatzkräfte aufgestapelt, so wie hier in Langholt.

Tausende Sandsäcke haben die Einsatzkräfte aufgestapelt, so wie hier in Langholt.

Frank Loger

Landkreis Leer - Die gute Nachricht: Die Pegelstände sinken, das Wasser läuft ab. Die schlechte: Es ist noch nicht vorbei mit dem Hochwasser, das über Weihnachten im Landkreis Leer vielerorts über Überschwemmungen gesorgt hat, vor allem im Bereich des Leda-Jümme-Verbandes. Am Tag danach ergibt eine erste Bilanz: Als die Fluten in Hollen und Langholt über die Deiche schwappten, zeigte sich, wie gut die Übungen sind, die regelmäßig genau solche Szenarien zum Thema haben. Der Einsatz von über 600 Feuerwehrleuten und von Hunderten freiwilligen Helfer musste koordiniert werden, und das hat im wesentlichen auch geklappt, resümiert der Kreisfeuerwehrsprecher Dominik Janßen auf Nachfrage.

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Fachzüge zur Deich- und Küstenverteidigung

Zwei Fachzüge zur Deich- und Küstenverteidigung hat die Feuerwehr aufgestellt, die von zwei Einsatzleitstellen aus dirigiert wurden. „Das hat im Großen und Ganzen funktioniert“, meint der Pressesprecher. Einzelheiten könnten noch verbessert werden. Die Einsatzkräfte bekamen die Sandsäcke von zwei Sackbefüllungsstationen in Soltborg, Gemeinde Jemgum, und aus Rhauderfehn. Das Technische Hilfswerk war beim Transport zu den Verteilerplätzen behilflich, von denen aus die Säcke dann zu den Einsatzorten transportiert wurden. Die Schwachstellen, an denen die Hochwasserlage besonders kritisch gewesen waren, seien nicht überraschend gewesen, meint der Feuerwehrmann: Das habe man erwartet. Die Löcher in einigen Deichen überraschten allerdings schon. Aktuell werden beim ablaufenden Wasser die Pegelstände kontrolliert, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.

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Die Polder wurden geöffnet

Pegelstände gehören auch zum Job von Meino Kroon, dem Geschäftsführer des Leda-Jümme-Deichverbandes. Für ihn gilt ein Pegelstand am Dreyschlot im Verbindungskanal Jümme-Leda als Referenzpunkt. Dort gab es am 22. Dezember mit 6,92 Metern den höchsten Stand, am Mittwoch sind es noch 6,34 Meter. Das Wasser fließt also ab. Der Verband versuchte dem Hochwasser durch die Öffnung der „geregelten Polder“ entgegen zu wirken, und die seien nun geflutet. Dass es in Langholt zur Überschwemmung der Grundstücke entlang des Burlage-Langholter-Tiefs gekommen war, überrascht den Geschäftsführer nicht: „In Langholt hat des Tief einen Engpass.“ Die seit Wochen durchweichten Deiche seien bei dem Druck anfällig geworden.

Das Zwischenahner Meer ist randvoll

Aber seither gelte: „Das Wasser läuft überall ab.“ Das bedeute aber nur eine Entlastung, keine Entwarnung: „Wir liegen mit unseren Wasserständen immer noch über dem normalen Pegel.“ Und beim Leda-Jümme-Verband wird noch eine weitere Welle erwartet: zum Beispiel aus dem übervollen Zwischenahner Meer, das gerade abläuft. „Wasser ist eine zähe Masse. Es dauert Tage, bis es hier ist.“ Bis dahin wirkt auch die Öffnung des Ledasperrwerks, die bei der niedrigen Ebbe ebenfalls für einen deutlichen Abfall des Pegels sorgte. Dennoch resümiert Meino Kroon vorsichtig: „Es ist noch viel Wasser unterwegs. Wir sind noch in Alarmbereitschaft.“

Hunderte Feuerwehrleute waren viele Stunden im Einsatz, so wie hier in Langholt, um mit Sandsäcken die durchweichten Deiche zu unterstützen und die Ortschaften zu beschützen.

HOCHWASSER IM LANDKREIS LEER Hunderte Menschen halfen in Hollen und Langholt, die durchweichten Deiche zu stabilisieren

Axel Pries/Frank Loger
Landkreis Leer
Axel Pries
Axel Pries Ostfriesland-Redaktion/Leer
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