Leer - Am 1. Januar beginnt die Anmeldefrist für die Kindertagesstätten in der Stadt Leer. Erstmals ist der Landkreis für die Vergabe der Plätze zuständig. Grund: Zum 1. August 2022 übernahm der Landkreis die Kita-Verantwortung von der Stadt – und damit auch die Verteilung der Kleinen auf freie Plätze.
Gibt es genügend Kita-Plätze ?
Das ist unklar. Auf Nachfrage bei der Pressstelle des Kreises hieß es lediglich: „Zum jetzigen Zeitpunkt kann noch nicht genau beziffert werden, wie viele Kinder in die Schule wechseln werden, da die Schuleingangsuntersuchungen und entsprechende Fristen abgewartet müssen“, so Kreis-Sprecher Jens Gerdes. „Eltern, deren Kinder das sechste Lebensjahr in der Zeit vom 1. Juli bis zum 30. September vollenden, haben beispielsweise bis zum 1. Mai 2023 Gelegenheit zu entscheiden, ob der Einschulungstermin um ein Jahr verschoben werden soll“, teilte er weiter mit und verwies somit auf die sogenannten Flexi-Kinder. In Summe wären 378 Kinder einschulungspflichtig, aber 109 fallen unter die Flexi-Regelung. Wie viele Plätze ist gibt, wurde nicht gesagt.
Aber im Sommer fehlten doch schon Plätze ?
Ja. Im Juni 2022 fehlten 66 Krippen- und 127 Kita-Plätze, Ende September dann in Summe 67 Krippen- und 126 Kita-Plätze. Somit waren zahlreiche Jungen und Mädchen unversorgt. Für ein paar Kinder konnte der Kreis eine Betreuung bei Tageseltern organisieren, aber nicht für alle.
Wie versuchte der Landkreis, das Problem zu lösen ?
Der Kreis bemühte sich, Träger zu finden, die kurzfristig weitere Plätze schaffen konnten. Das gelang etwa beim Kindergarten Bullerbü. Andere Träger konnten sich dauerhafte Containerlösungen vorstellen, aber Container waren und sind noch immer schwer zu bekommen.
Und wie soll es nun weitergehen ?
Im Sommer wurde ein so genanntes Interessenbekundungsverfahren gestartet. Eine Art Abfrage bei Kita-Trägern, was möglich wäre. In Summe sollten so mindestens vier Krippen und mindestens fünf Kita-Gruppen zusätzlich geschaffen werden.
Und ging der Plan auf ?
Laut Jens Gerdes laufen derzeit noch Verhandlungen dazu. Aber: „Für das Kita-Jahr 2022/2023 hat der Elternverein „Kinderzukunft Grüner Baum e.V.“ (Kinderkrippe Bullerbü) eine provisorische Kindergartengruppe für zehn Kinder geschaffen. Die ev.-ref. Kirche wird am Standort der Krippe „Lüttje Toornswaalvkes“ eine Kindergartengruppe errichten. Bis zum baulichen Abschluss der langfristigen Lösung wird ein Container aufgestellt, der spätestens zum 1. Februar in Betrieb gehen wird.“
Das heißt, es gibt ein paar neue Plätze, aber es ist unklar, ob diese in Summe ausreichen ?
Ja. Unabhängig davon startet jetzt aber zum 1. Januar das Anmeldeverfahren für das neue Kita-Jahr. Die Anmeldung für Krippen, Kindergärten und Hort erfolgt über www.leer.kitaav.de.
Kinder mit Hauptwohnsitz in der Stadt Leer können für das Kita-Jahr 2023/2024 vom 1. Januar bis 28. Februar ausschließlich online angemeldet werden. Dazu wird eine aktive E-Mail-Adresse benötigt, mit der die Eltern sich in das Portal einloggen und Informationen über den Status der Anmeldung erhalten.
Was müssen Eltern bei der Anmeldung angeben ?
Es wird empfohlen drei Wunscheinrichtungen zu nennen und die Zustimmung zu erteilen, dass die Anmeldung nach möglicher Absage aller drei Einrichtungen für alle Kindertagesstätten im Stadtgebiet sichtbar ist. Am 1. März werden dann alle Erstwünsche gleichzeitig für die jeweiligen Wunscheinrichtungen freigeschaltet. Sollte dem Erstwunsch nicht entsprochen werden können, wird der Zweitwunsch zum 15. März und der Drittwunsch zum 29. März für die entsprechenden Einrichtungen freigegeben, so die Kreisverwaltung.
Bei Fragen oder falls Eltern Hilfe beim Anmeldeverfahren benötigen, können sie sich an die zuständigen Mitarbeitenden des Landkreises Leer wenden. Die Mitarbeiter sind per Telefon unter 0491 926 -1456 oder -1452 zu erreichen, bzw. per E-Mail unter:
